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                Die vielen, vielen Bände!                

           Soll ich die etwa  a l l e  lesen ???                
                                                              


Hast Du auch schon einmal in die großen Bände der „Geheimlehre“ von Helena Blavatsky, oder ihrem Werk„Der Schlüssel zur Theosophie“geschaut?                

Und warst Du, wie ich auch, etwas ratlos, wie Du das Gelesene verstehen und im Leben praktizieren sollst?

Hast Du Dich auch gefragt, ob es nicht kleinere, verständlichere Bücher gibt, welche die spirituelle Praxis der Theosophie trotzdem authentisch beschreiben?


Es gibt sie!



Im Folgenden gebe ich Dir Textauszüge dieser Bücher wieder und als Studienhinweis jeweils einen Link,wo Du diese Bücher erwerben kannst, soweit sie im Handel erhältlich sind. Denn leider führen die meisten Bibliotheken diese Titel  nicht.                        (Bitte, Bild anklicken!)

( Du kannst natürlich auch versuchen, diese Bücher beim  ZVAB.com  ,  abebooks.de  oder amazon.de zu bekommen )



 von Annie Besant                                                      


Wenn es möglich wäre, uns in Gedanken in ein Zentrum im Raum zu versetzen, von dem aus wir den Verlauf der Entwicklung sehen und die Geschichte unserer Evolutionsstufe studieren könnten, mehr wie sie sich unserer Phantasie bildhaft zeigt, als so, wie sie physisch, astral und mental wirklich ist, dann würde, glaube ich, ein solcher Ausblick auf die sich entwi­ckelnde Menschheit uns etwa folgendes Bild geben. Wir sehen dann einen großen Berg vor uns, mit einer Straße, die sich in Spiralen um denselben bis zum Gipfel herumwindet. Sol­cher Windungen um den Berg herum gibt es sieben, und auf jeder Windung sehen wir sie­ben Stationen, an denen die Wanderer eine Weile stehen bleiben. Verfolgen wir diese Stra­ße aufwärts, so sehen wir, wie sie am Gipfel des Berges endet und dort zu einem in wei­ßem Marmor erstrahlenden Tempel führt, der dort oben steht. Dieser Tempel ist das Ziel der Wanderung, und diejenigen, welche sich in demselben befinden, haben ihren Aufstieg be­endet - wenigstens soweit es diesen Berg be­trifft - und sie verweilen nur noch dort, um jene zu treffen, die noch im Aufstieg begriffen sind. (...)
Betrachten wir nun den Tempel (..) und die Bergstraße, die sich hinaufwindet, so haben wir ein Bild der menschlichen Entwick­lung vor uns, wir sehen den Weg, den die menschliche Rasse zu verfolgen hat, und den Tempel - ihr Ziel. Auf der Straße rings um den Berg befindet sich eine riesige Schar menschli­cher Wesen, die zwar aufwärts steigen, aber nur langsam, Schritt für Schritt, höher kom­men. Manchmal sieht es sogar so aus, als wür­de auf jeden Schritt vorwärts einer rückwärts erfolgen, und obwohl die Richtung, welche die ganze Schar einschlägt, nach aufwärts zielt, geht das Aufsteigen doch so langsam vor sich, dass kaum ein Vorwärtskommen bemerkbar wird. Diese sich über Äonen erstreckende Auf­wärtsentwicklung der suchenden Menschheit erscheint so langsam, so ermüdend, dass man sich verwundert fragt, wie diese Wanderer überhaupt den Mut haben können, so lange zu wandern. Millionen von Jahren verfolgt je­der Wanderer diesen Weg, und es scheint da­bei eine endlose Reihe von Leben zu verflie­ßen. Wir ermüden schon beim Beobachten die­ser Scharen, wie sie längs dieses spiralförmi­gen Weges Windung um Windung betreten, und wir fragen uns: Wie kommt es, dass sie nur so langsam vorwärts kommen?

Bei näherer Betrachtung will es uns schei­nen, dass sie deshalb so langsam vorwärtskom­men, weil sie ihr Ziel nicht sehen und die Rich­tung nicht erkennen, in der sie wandern. Wir sehen, wie der eine hier, der andere dort ab­schweift, da und dort von etwas angezogen wird und gleichsam planlos weiterschlendert. Er schreitet nicht gerade vorwärts, einem bewusst erkannten Ziele zu, sondern wandert hierhin und dorthin, wie ein Kind, das hier nach einer Blume schaut, dort einem Schmetterling nachjagt. So scheint die meiste Zeit vergeudet und nur wenig Fortschritt gemacht worden zu sein, wenn die Nacht hereinbricht und der Ta­gesmarsch eines Wanderers zu Ende ist. Auch der Fortschritt des Intellektes scheint bei der Langsamkeit, mit der er vor sich geht, den Pro­zess nur wenig zu beschleunigen.Man wundert sich, warum von der Masse der Wanderer fast niemand aufwärts blickt und sich die Richtung klar macht, in die sie ihr Pfad führt. Denn der Vorhof des Tempels scheint nicht allein auf der Straße zu erreichen zu sein, die sich so oft um den Berg herumwindet; bei näherem Zusehen werden wir vielmehr ge­wahr, dass von vielen Punkten der spiralför­migen Straße Pfade abzweigen, die steil auf­wärts führen, die erklommen werden können, wenn der Steigende ein tapferes Herz und kräftige Glieder hat. Wir sehen auch da und dort Einzelne, die sich auf diesen Aufstiegen ab­mühen. Wie sind sie auf diesen Pfad gelangt?

Der weiße Tempel am Gipfel des Berges sen­det allezeit sein Licht über den ganzen Berg aus, aber die Menschen schauen nicht empor. Wenn aber einer der Wanderer, nachdem er viele Jahrtausende hindurch um den Berg ge­wandert ist, einmal sein Auge wegwendet von den Blumen, den bunten Steinen und den Schmetterlingen auf seinem Weg und den Blick emporhebt zu dem weißen Tempel, dann wird er zum ersten Mal auf seiner Reise einer Be­deutung gewahr. Auch wenn es nur einen Au­genblick lang ist, dass er den Gipfel gesehen und das Ziel seiner Reise erkannt hat, so ist seine Seele doch verwandelt. Sie weiß nun, was das Ziel ist, sie weiß, dass es einen kürzeren Pfad gibt, und sie versteht auch, dass dieser kürzere Pfad einen Namen hat, der „Dienen" heißt, und diejenigen, die diesen kürzeren Pfad betreten wollen, durch eine Pforte hindurch-schreiten müssen, auf der die Losung „Diene der Menschheit!" erstrahlt. Der einzige Grund, um rascher aufwärts zu klimmen, ist der, dies um jener willen zu tun, die zurückbleiben, da­mit von dem Tempel den Wanderern wirksa­mere Hilfe herabgesandt werden kann, als es sonst möglich wäre....


                              





   von Alcyone (Krishnamurti)


Dies sind nicht meine Worte, sondern die des Mei­sters, der mich lehrte. Ohne Ihn hätte ich nichts tun kön­nen; nur mit Seiner Hilfe habe ich den Pfad betreten. Du möchtest auch auf diesem Pfade wandeln; deshalb wer­den diese Worte, die Er zu mir gesprochen hat, auch dir helfen, wenn du ihnen gehorchst. Es genügt nicht, von ihnen zu sagen, sie seien wahr und schön; sie müssen sehr genau befolgt werden, wenn sie dem Menschen hel­fen sollen. Der bloße Anblick einer Nahrung wird den Hungrigen nicht sättigen; er muß seine Hand ausstrec­ken und muß essen. Ebenso genügt es nicht, des Meisters Worte nur zu hören; du mußt selbst tun, was Er sagt, mußt jedes Wort beachten, jeden Wink befolgen. Wenn du einen Seiner Winke nicht annimmst, wenn dir ein Wort entgeht, ist es dir für immer verloren; denn Er spricht es nicht zum zweiten Male.


Vier Grunderfordernisse sind die Leitsterne für den,
der diesen Pfad beschreiten will:

Unterscheidungskraft
Wunschlosigkeit
Charakterbildung
Liebe

Was der Meister über jede dieser Grundlagen zu mir gesagt hat, das will ich versuchen, dir hier mitzuteilen.

                                                ------


Unterscheidungskraft

Die erste dieser Eigenschaften ist die Fähigkeit der rechten Unterscheidung. Die Erkenntnis, die den Men­schen zum Betreten dieses Pfades hinleitet, wird für gewöhnlich aufgefaßt als Unterscheidung des Unwirkli­chen vom Wirklichen. Das ist sie auch. Sie ist jedoch noch viel mehr; auch ist sie stetig zu pflegen, nicht nur beim Eintritt in den Pfad, sondern täglich bis zum letzten Schritte. Du betrittst den Pfad, weil du erfahren hast, daß du nur auf ihm jene Dinge finden wirst, die des Gewin­nens wert sind.

Menschen, die das nicht wissen, arbei­ten, um Reichtum und Macht zu gewinnen; aber diese Dinge gelten doch höchstens für nur ein Leben und sind daher unwirklich. Es gibt weit größere Dinge, Dinge, die w i r k l ich und dauernd sind ; hast du sie erst einmal gese­hen, so wirst du die anderen nicht mehr begehren.

Zwei Arten von Menschen nur gibt es auf der ganzen Welt: die Wissenden und die Nichtwissenden; auf dieses Wissen kommt es an. Welcher Religion und welcher Nation ein Mensch angehören mag, ist nicht wichtig. Wirklich wichtig ist nur dieses Wissen —das Wissen von Gottes Plan für den Menschen. Gott hat einen bestimm­ten Plan, und dieser Plan ist die Evolution. Sobald ein Mensch dies erkannt hat und wirklich weiß, kann er nicht anders als dafür zu wirken und sich damit zu iden­tifizieren, weil es so erhaben und so schön ist. Und indem ersich auf Gottes Seite weiß, wird er das Gute tun und wird dem Bösen widerstreben; er wird für die Evolution arbeiten, nicht für den Eigennutz.

Wenn er auf Gottes Seite steht, ist er einer der Uns­rigen, gleichviel, ob er sich Hindu oder Buddhist, Christ oder Muslim nennt, ob er ein Inder oder Engländer, Chinese oder Russe ist. Alle, die auf seiner Seite stehen, wissen, warum und wozu sie hier sind; und sie streben, den Zweck ihres Daseins zu erreichen. All die anderen Menschen wissen noch nicht, was sie tun sollen, sie handeln daher oftmals töricht. Sie erfinden ihre eigenen Wege, von denen sie denken, daß sie ihnen Freude machen werden; aber sie verstehen nicht, daß alle eins sind und daß deshalb nur das, was das Eine will, unswirklich Freude machen kann. Sie streben nach dem Un­wirklichen statt nach dem Wirklichen. Solange sie nicht zwischen diesen beiden unterscheiden können, stehen sie noch nicht auf Gottes Seite. Und so ist diese Fähigkeit richtiger Unterscheidung der erste Schritt auf dem Pfade.

Aber selbst wenn diese Wahl vollzogen ist, so mußt du dir vergegenwärtigen, daß es verschiedene Arten des Wirklichen und Unwirklichen gibt. So mußt du unter­scheiden zwischen Recht und Unrecht, Wichtigem und Unwichtigem, Nützlichem und Unnützem, Wahrem und Falschem, Selbstlosem und Selbstsüchtigem.

Zwischen Recht und Unrecht zu wählen, sollte nicht schwer sein; denn die, die dem Meister folgen wollen, haben sich bereits entschlossen, das Rechte um jeden Preis zu tun. Aber der Körper und der Mensch sind zwei­erlei; der Wille des Menschen ist nicht immer der des Körpers. Wenn dein Körper etwas begehrt, so halte ein und denke nach, ob du das wirklich willst. Denn du bist ein höheres Ich, bist von Gott, und du willst nur das , was Gott will....






          Ein Kommentar von Charles Leadbeater


SIE HABEN ALLE SEHR OFT über die Qualifikatio­nen für den Pfad gehört – zu oft, denken vielleicht viele von Ihnen. Aber es ist nie zu oft, es sei denn, dass Sie ihn vollendet haben oder es Ihnen gelungen ist, alles das schon praktisch auszuüben, was über den Gegenstand in Büchern geschrieben steht.

Es ist nichts Geheimnisvol­les darum. Es besteht auch keine Schwierigkeit, genau zu wissen, was man tun sollte, aber allerdings besteht die Schwierigkeit, es zu tun. Doch diese Schwierigkeit liegt nur in uns selbst; es gibt kein Hindernis auf unserem Pfad, das wir nicht selbst geschaffen hätten.

Trotzdem gelingt es nur wenigen Menschen, den gegebenen Richtlinien zu folgen. Wie kommt es, dass es den meisten nicht gelingt, wenn es doch so viele ernstlich versuchen? Es kommt daher, dass jeder von uns eine eigenwil­lige Persönlichkeit hat und sich diese Persönlichkeit sehr oft, ja traurig oft, hindernd in den Weg stellt. Jeder von uns muss lernen, das, was in diesen Büchern geschrieben steht, auf sich selbst anzuwenden.

Ich kann es nicht für Sie tun. Ich kann Ihnen wohl sagen, was Sie tun sollten, kann versuchen zu erklären, kann auf verschiedene Art erläutern, aber die eigentliche Arbeit muss jeder für sich selbst tun. Es ist wie bei der Körperkultur, bei der Vorbereitung zu einem Wettrennen oder irgend­einer Anstrengung dieser Art. Sie können einen Lehrmeister haben, der Ihnen nützliche Winke gibt und Ihnen sagt, was Sie tun sollen; aber seine Muskeln muss der Bewerber selbst üben, es ist unmöglich, dass ein anderer es für ihn tue. Ebenso ist es mit den Qualifikationen. Die Forderungen sind klar genug, aber ich glaube, nur wenige erfassen voll­ständig, wie groß die Anstrengung sein muss.

Wir sind von Menschen umgeben, von Millionen von Menschen; viele derselben sind auf ihre Art religiös und man nimmt an, dass sie nach den Vorschriften ihrer Religion leben. In Wirklichkeit tut es kaum einer von ihnen. Damit soll nicht gesagt sein, dass nicht viele von ihnen ein sehr gutes und heiliges Leben führen; zweifellos tun es viele; aber sie richten sich nicht genau nach den für sie gegebenen Vorschriften.

In manchen Fällen sind diese Vorschriften vielleicht unnötig. Aber in Bezug auf den geistigen Pfad ist keine gegebene Vorschrift unnötig; da muss genaue Befolgung verlangt werden. Ich will damit nicht sagen, dass wir alle diese Qualifi­kationen in absoluter Vollkommenheit besitzen müssen, ehe wir von einem Meister aufgenommen werden können; absolute Vollkommen­heit würde sofortiges Erreichen der Adeptschaft bedeuten. Aber wir müssen diese Qualifikationen wenigstens bis zu einem gewissen Grade besitzen, und sie müssen wirklich vorhanden sein, nicht nur als schöne Einbildungen. Das sollte man eigentlich nicht noch einmal ausspre­chen müssen, aber es scheint, als müsste es wieder und wieder betont werden.

Die Menschen können augenscheinlich die Tatsache nicht er­fassen, dass wir in der Theosophie genau das meinen, was wir sagen. Ganz wie in der Wissenschaft! Wenn ein wissenschaftlicher Lehrer Ih­nen vorschreibt, gewisse Dinge zu tun, bestimmte Chemikalien usw. zu mischen, um bestimmte Resultate zu erzielen, so wissen Sie, dass Sie diese Resultate nur erhalten, wenn Sie seinen Anweisungen folgen. Ver­ändern Sie die Mischungen, so werden Sie nicht nur nicht die entspre­chenden Resultate erzielen, sondern Sie können sogar sehr unerwünschte Folgen verursachen, z. B. eine Explosion oder dergleichen.

In religiösen Dingen scheinen die Leute zu glauben, dass eine Art ungefährer Annä­herung an die gegebenen Richtlinien völlig ausreichend sei. Die Esote­rik muss aber nicht als Religion, sondern als Wissenschaft aufgefasst werden, und wenn Sie auch alle schon oft von diesen Qualifikationen gehört haben, so hoffe ich doch, dass es zu einem guten Erfolg führen wird, wenn wir sie noch einmal sorgfältig durchsprechen, um das zu verstehen, was gefordert wird, und es dann zu tun....





 von Helena Petrovna Blavatsky


 

S. H. der Dalai Lama  

Vorwort


Ich begegnete Mitgliedern der Theosophischen Gesell­schaft zum ersten Mal vor über 30 Jahren, als ich in In­dien war, um an den Feierlichkeiten anläßlich der Geburt des Buddha vor 2.500 Jahren teilzunehmen. Seither hatte ich oft die Freude, mit Theosophen aus vielen Teilen der Welt Gedanken auszutauschen. Ihre spirituellen Bestre­bungen bewundere ich sehr.Ich glaube, daß Individuen gute Menschen sein können, auch wenn sie nicht unbedingt ein spirituelles Leben füh­ren. Und ich respektiere das Recht eines jeden Einzelnen, nicht spirituell leben zu wollen oder an eine bestimmte Religion zu glauben. Andererseits war ich aber immer schon der Überzeugung, daß eine innere bzw. spirituelle Entwicklung dazu notwendig ist, größeres Glück für die Menschheit zu erreichen und um besser in der Lage zu sein, anderen zu helfen. Deshalb freue ich mich über mei­ne langjährige Verbindung zu den Theosophen. Ebenso freue ich mich über diese jetzt erscheinende deutsche Aus­gabe der STIMME DER STILLE. Ich glaube, dieses Buch wird dazu beitragen, viele ernsthaft Suchende und Stre­bende hinzuführen zur Weisheit und zum Mitleid des Bodhisattva-Pfades. Ich begrüße das Erscheinen dieser Ausgabe sehr und hoffe, daß sie auch vielen anderen Men­schen von Nutzen sein wird.

                                                ------

DIESE Unterweisungen sind für jene bestimmt, die die Ge­fahren der niederen IDDHI(1) nicht kennen.

Wer die Stimme des Nada(2), "den tonlosen Ton", hören und verstehen will, der muß das Wesen von Dharana(3)er­lernen.

Gleichgültig geworden gegenüber den Objekten der Sin­neswahrnehmung, muß der Schüler nach dem Raja der Sinne, dem Gedankenerzeuger, der Täuschungen erweckt, suchen.

Der Verstand ist der große Zerstörer des Wirklichen.

Der Schüler soll den Zerstörer zerstören.                                                         Denn: –

Erst wenn ihm seine eigene Gestalt so unwirklich vor­kommt wie beim Erwachen alle Formen, die er im Traum gesehen hat;

Wenn er aufgehört hat, die Vielfalt zu hören, vermag er das EINE wahrzunehmen, den inneren Ton, der die äuße­ren tötet.

Dann erst – nicht eher – wird er die Region des Asat, des Falschen, verlassen, um in das Reich des Sat, des Wahren, zu gelangen.

Bevor die Seele sehen kann, muß Harmonie im Innern erreicht sein,                    müssen die körperlichen Augen für jede Täuschung blind geworden sein.

Bevor die Seele hören kann, muß das Abbild (der Mensch) taub geworden sein          für Gebrüll wie für Flüstern, für das wilde Trompeten von Elefanten                         wie für das feine Summen des goldenen Leuchtkäfers.                                           

Bevor die Seele verstehen und sich erinnern kann, muß sie vereint sein                       mit dem Schweigenden Sprecher, gerade so wie die Form,                                        zu der der Ton gestaltet wird,                                                                            zuerst mit den Vorstellungen des Töpfers eine Einheit bildet.                                    

Denn dann wird die Seele hören und sich erinnern.

Und dann wird zum inneren Ohr

DIE STIMME DER STILLE

sprechen und sagen:

Wenn deine Seele lächelt beim Bad im Sonnenschein deines Lebens;                    wenn deine Seele singt in ihrer Hülle aus Fleisch und Materie;                              wenn deine Seele weint in den Mau­ern ihrer Täuschungen;                                  wenn deine Seele drängt, die Sil­berschnur zu zerreißen,                                        die sie an den MEISTER(4) bindet,  – dann wisse, o Schüler,                                 daß deine Seele der Erde angehört.

Wenn deine erblühende Seelen dem Tumult der Welt ihr Ohr leiht;                        wenn deine Seele auf die donnernde Stimme der großen Täuschung(6) antwortet;   wenn deine Seele, er­schreckt vom Anblick heißer Schmerzenstränen,                 betäubt von Schreien der Verzweiflung, sich der Schildkröte gleich                           in den Panzer der SELBSTHEIT zurückzieht, – dann, o Schüler, lerne,                          daß deine Seele für ihren schweigenden "Gott" ein unwürdiger Schrein ist.

Wenn deine Seele, stärker werdend, ihrem sicheren Schlupfwinkel entgleitet,           sich losreißt aus dem schützen­den Schrein,                                                       ihre Silberschnur dehnt und vorwärts stürmt;                                                    wenn sie auf den Wogen des Raumes ihr eigenes Bild er­blickt und flüstert:             "Dies bin ich," – dann, o Schüler, be­kenne,                                                        daß deine Seele in den Netzen der Verblendung' gefangen ist....


Anmerkungen:

(1) Das Pali-Wort Iddhi ist synonym mit dem Sanskrit-Wort Siddhis, d. h. psychische Fähigkeiten, außergewöhnliche Kräfte im Menschen. Es gibt zwei Arten von Siddhis. Eine Gruppe umfaßt die niederen, rohen psychischen und menta­len Energien; die andere erfordert die höchste Schulung spi­ritueller Kräfte. Krishna sagt im Shrimad Bhagavat: "Dem, der sich intensiv mit Yoga beschäftigt, der seine Sinne unter­worfen und seinen Geist auf mich (Krishna) konzentriert hat, solchen Yogis sind alle Siddhis zu dienen bereit."

(2) Die "tonlose Stimme" oder die "Stimme der Stille". Wört­lich übersetzt würde dies vielleicht "Stimme im spirituellen Ton" bedeuten, weil Nada im Sanskrit der entsprechende Ausdruck für die Bezeichnung im Senzar ist.

(3) Dharana ist die intensive und vollkommene Konzentration des Verstandes auf ein bestimmtes inneres Objekt, unter völ­ligem Zurückziehen von allem, was dem äußeren Universum oder der Sinnenwelt angehört.

(4)"Großer Meister" ist die von Lanus oder Chelas gebrauchte Bezeichnung für das "Höhere Selbst". Sie ist gleichbedeu­tend mit Avalokitesvara und mit dem Adi-Budha der budd­histischen Okkultisten, mit ATMAN, dem "Selbst" (dem Hö­heren Selbst) der Brahmanen, und mit dem CHRISTOS der al­ten Gnostiker.

(5) Seele bedeutet hier das menschliche Ego oder Manas, das in unserer okkulten siebenfachen Einteilung die "Menschliche Seele" (siehe Die Geheimlehre) genannt wird, im Gegensatz zu der Geist-Seele und der Tier-Seele.

(6) Maha Maya, die "Große Täuschung", das objektive Universum






Annie Besant / C.W.Leadbeater / Ernest Wood


Die höheren und die niederen Kräfte



„Diese Unterweisungen sind für jene bestimmt, welche die Gefahren der niederen Iddhis nicht kennen."

Zu diesem Einleitungssatz der „Stimme der Stille" gibt es folgende Bemerkung von Madame Blavatsky:

Das Pali-Wort Iddhi ist gleichbedeutend mit dem Sanskrit-Wort Siddhis oder psychische Fähigkeiten, die außergewöhnlichen Kräfte im Menschen. Es gibt zwei Arten von Siddhis — eine Gruppe umfaßt die niederen, rohen, psychischen und mentalen Energien, während die andere die höchste Schulung spiritueller. Kräfte erfordert. Krishna in Shrimad Bhagavat sagt:

„Wer mit der Verrichtung von Yoga beschäftigt ist, seine Sinne unterworfen hat und sein Denken auf mich (Krishna) konzentriert hat, solchen Yogis stehen alle siddhis zu dienen bereit."

Es gibt eine Unzahl Mißverständnisse über dieses Thema der psychischen Kräfte; und es wird dem Schüler einen großen Teil Schwierigkeiten ersparen, wenn er versuchen wird, eine ver­nünftige Vorstellung davon zu bekommen, von der er ausgehen, kann.   Vor allem laßt ihn keine falsche Auslegung mit dem Wort „außergewöhnlich" verbinden. Diese Kräfte sind nur in dem Sinne anormal, daß sie gegenwärtig ungewöhnlich sind — nicht im mindesten in dem Sinne, daß sie in irgendeiner Weise unnatürlich sind. Sie sind vollkommen natürlich für jedendes Lichtes den Augen Bilder bringen. Wenn er Dinge und Lebewesen der astralen und mentalen Welten sieht, so kann das nur durch den Einfluß von Schwingungen astraler und mentaler Materie auf die Körper sein, die jeweils fähig sind, auf sie zu reagieren. Denn der Mensch kann die Astralwelt nur durch die Sinne seines Astralkörpers sehen und die Mentalwelt durch jene seines Mentalkörpers.

In jeder dieser Welten gibt es — wie in dieser — gröbere und feinere Materiearten; und im allgemeinen sind die Ausstrahlungen der feineren Arten wünschenswert, während die der gröberen Arten ausgesprochen unerwünscht sind. Ein Mensch hat beide Arten von Materie in seinem Astralkörper, und er ist deshalb fähig, auf beide zu reagieren: die höheren und die niederen Schwingungen. Und es ist seine Sache, zu wählen, welcher von beiden er seine Aufmerksamkeit zuwenden will.Wenn er entschieden die niederen Einflüsse ausschließt und nur die höheren aufnimmt, so mögen sie für ihn von großer Hilfe sein, sogar auf astralen und mentalen Ebenen.

Aber Madame Blavatsky will keinen von diesen haben, nicht einmal als zeitweilige Hilfen; sie ordnet sie alle zusammen ein als „niedere, grobe, psychische und mentale Energien" und dringt darauf, daß wir zu weit höheren Ebenen vorwärtsschreiten, die jenseits der Illusionen der Persönlichkeit liegen. Offensichtlich sieht sie die Gefahren der gewöhnlichen psychischen Entwick­lung als schwerer wiegend an als die Vorteile. Aber da ein gewisser Anteil dieser Entwicklung sicher im Laufe der Evolu­tion des Jüngers kommt, warnt sie uns vor einigen Punkten, für die besondere Sorgfalt nötig ist....







 
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