Der Tempel der Menscheit- deutsche Gemeinschaft e.V. hat der deutschen Fernleih-Bibliothek der Theosophischen Gesellschaft Adyar die 7 bändige Ausgabe der Tempellehren, 3 Bände "Aus lichter Höhe", das Buch "Theogenesis", sowie die neu im Druck erschienende Sammlung "Rote und gelbe Blätter und einige kleinere Schriften gespendet.
Wir möchten uns beim Tempel der Menschheit für diese großzügige Buchspende sehr herzlich bedanken! Die seit einigen Jahren bestehenden guten Kontakte zwischen dem Tempel der Menschheit und unserer Loge Hamsa sind zu guten freundschaftlichen Beziehungen geworden. Diesen freundschaftliche Umgang miteinander bei uns im Norden sehe ich unter dem Tempel-Motto stehen: "Dogmen vergehen - Herzen bestehen."
Mit der Buchspende des Tempels ist nun auch das Werk des Meisters Hilarion in unsere Bibliothek aufgenommen worden. Bereits Ende vorigen Jahres fanden aus einem Mitgliedernachlass viele Bände der Agni-Yoga-Reihe (Auszüge aus den Lehren des Mahatma Morya) in unseren Buchbestand Eingang. Mit den Tempellehren schließt sich jetzt der Kreis. Es sind nun die Schriften jeder echten Strömung der theosophischen Bewegung in unserer Bibliothek einsehbar und zum Studium angeboten.
Ich denke, ich kann im Namen der Loge Hamsa sprechen, und sagen, dass sie sich über diese Entwicklung freut, denn die richtige Art der Verminderung der Getrenntheit der Herzen aller Menschen, die den Meistern der Weisheit treu verbunden sind, ist eine weißmagische Arbeit für die Bruderschaft der Menschheit.
Der Tempel der Menschheit hat in diesem Jahr folgende Erstausgabe herausgebracht:
Tempellehren Band 8, 56 Seiten
Tempelbotschaften / Die Roten und Gelben Blätter, 192 Seiten Die Roten und Gelben Blätter enthalten Unterweisungen aus den Jahren 1927/28 unter anderem auch von Mahâtma Morya.
Die Avantgardistische Theosophie hat nun ihren Webauftritt bekommen. Die Seite enthält zunächst das "Manifest der Avantgardistischen Theosophie", welches Anfang diesen Jahres in der Loge Hamsa vorgestellt wurde. Neben den endlich auch öffentlich zugänglichen Texten werden auf dieser Seite in naher Zukunft Anhänge zum Manifest mit weiteren Ideen und Gedanken veröffentlicht.
Die Webseite zum Projekt Institut für Theosophiologie hat ein neues ansehnlicheres Design erhalten. So auch das theosophische Archiv "Theosophie-denk.mal".
Eine kleine Seite zu Treue und Verrat hinsichtlich der Theosophischen Bewegung ist aus gegebenen Anlass ebenfalls entstanden.
Weiterhin möchte ich auf die seit vielen Wochen bearbeitete, und vor ca. 2 Monaten veröffentlichte Webpräsens der Liberalkatholischen Kirchenprovinz "Sankt Michael" aufmerksam machen. Die neben umfangreichen Orginallehren der LKK, auch meine Darstellungen meiner individuellen Sichtweisen wichtiger theologischer Fragen enthält, die ebenfalls nach und nach dort ausgebaut werden.
Unter dem Namen "theosophie denk.mal" ist vor zwei Tagen das erste deutsch-sprachige Online-Archiv in der bewerten Hamburger Internetwerft der Loge Hamsa vom Stapel gelaufen - mit bisher über 60 seltenen Artikeln, Bildarchiv mit bisher über 100 Bildern, Video-Linkliste mit über 80 Links zu aktuellen theosophischen Vorträgen der Amerikanischen Sektion der TG Adyar und der United Loge of Theosophist. Das Angebot wird sich bereits in den nächsten zwei Tagen noch erweitern, um dann Monat für Monat zu wachsen.
"Theosophie denk.mal" ist eine unabhängige Initative eines Freundes der Theosophie aus Hamburg. Sie sollte bereits Anfang des Jahres fertig sein - damals als Teil der entstehenden Sektionshomepage. Mit seiner Unabhängigkeit konnte das Archiv seine Dynamik gewinnen, und ist nun benutzungsfähig (wenn auch noch ohne Komfort). Es ist als eine Arche-Noah für überlieferte Lehrtexte der Theosophie geplant, die sonst durch die Karma-Flut unterlassener Handlungen in den nächsten Jahren versunken wären. Was du ererbt von deinen Eltern hast, erwirb es, um es zu besitzen! Von zwei anderen Betreibern sind bereits seit einigen Wochen ähnliche Projekte in Arbeit. Sie könnten aufgrund ihrer logistischen Möglichkeiten inhaltlich reicher werden. Das bleibt abzuwarten. Doch wir Hamburger waren wieder die Ersten, und wir präsentieren Texte, die bisher weitgehend unbekannt waren. Unser Sputnik flog als erster Satellit um die Erde! :o) "Theosophie denk.mal" ist bereits in das internationale ODP-Verzeichnis aufgenommen worden. Die Anmeldung bei google ist zwar seit einigen Wochen im Gange, aber da braucht man bekanntlich viel Geduld.
Der Themenschwerpunkt der Webseite ist derzeit die Lehrtradition der TG Adyar, doch werden im Archiv keine gesellschaftlichen Grenzen anerkannt. Gegenüber solchen Keimen des Sonderseins verhält sich das Archiv nonkonform. Daher sind alle Theosophischen Gesellschaften herzlich eingeladen, das Archiv mit Genehmigungen, Text- und Bildmaterial zu unterstützen!
Das ehemalige Schloss Spindelhof in Regenstauf - katholische Bildungsstätte und Kulturzentrum - wurde am Wochende vom 22. bis 24. Mai 2009 zum Schauplatz des ersten Süddeutschen Treffens der Theosophischen Gesellschaft Adyar in Deutschland. Das direkt am Fluss Regen gelegende Schloss bietet neben einer romantischen Mischung aus moderner Atmospäre und gotischer Architektur, einen sehr alten spirituellen Ort mit guter Ausstrahlung. Hinzu kam auch die Begeisterung und Hilfsbereitschaft der Regensburgerinnen und die guten Vorträge von Gastrednern und Mitgliedern, so dass das Süddeutsche Treffen ein großer Erfolg wurde. Die Vorträge waren thematisch sehr verschieden, und boten viel Abwechslung, wozu auch der Einsatz zeitgemäßer Medientechnik beitrug. Viele Begegnungen, Gespräche fanden statt, und die reiche, alte Parklanschaft rund um das Schloss herum, lud bei herrlichem Wetter zu Spaziergängen ein. Zu den vielen Vorträgen trug auch Norddeutschland bei (einer kam aus Bremen und zwei aus Hamburg). Auch ein neues Mitglied konnten wir in unsereren Reihen begrüßen. Zwar geht es der Theosophischen Gesellschaft keineswegs vorrangig um Mitgliederaufnahmen, aber wenn dann ein Mensch sich entschließt beizutreten, sind doch wir älteren Mitglieder sehr erfreut.
Das dieses erstmalige und rundum gelungene Süddeutsche Treffen stattfinden konnte, verdanken wir natürlich seiner Initiatorin und Organisatorin Manuela Kaulich. Die Mehrheit der ca. 35 Teinehmer sprach sich begeistert für ein weiteres Treffen im nächsten Jahr aus, so dass wir darauf hoffen und uns freuen dürfen
Das Programm des Süddeutschen Treffens:
Freitag:
Eröffnung der Tagung durch Manuela Kaulich
Über das Bewusstsein Vortrag und Gespräch von Dr. Hams Bohrmann
Huna das Geheimnis Vortragvon Melanie Baron
Sonnabend:
Der mystische und der okkulte Weg Vortrag von Martha Wilkens
Weg und Arbeit eines Mystikers Vortrag von Michael Eaglemaere
Kirchenführung durchgeführt vom Haus Spindlhof
Von den 7 Strahlen Vortrag von Robert Schulz
Das Geburtshoroskop Helena Blavatskys Vortrag von Gabriele Hauser-Fischer
Der bereits 11. Weltethosabend im Hermann-Behn-Weg am 26.Mai 2009! Diesmal ging um die Notwendigkeit die Wissenschaft selbst ethischen Normen zu unterstellen.
Hierbei wurde im Vortrag mit Hilfe von Multimedia-Einsatz die Biographie zweier Wisssenschaftler vorgestellt, die beide am Beginnn des 20. Jahrhunderts lebten: Clara Immerwahr und Fritz Haber. Beide waren große Wissenschaftler, stammten aus jüdischem Elternhaus, aus dem sie sich beide lösten, beide verstanden sich als Deutsche und wurden aufgrund ihrer Herkunft im kaiserlichen Deutschland diskrimminiert. Beide studierten Chemie und erwarben die Doktorwürde. Clara Immerwahr und Fritz Haber lernen sich beim Tanzunterricht kennen, verliebten sich in einander und heiraten viele Jahre später. Doch als Wissenschaftler gehen sie sehr getrennte Wege.Während Fritz Haber eine glänzende Karriere in chemischen Industrie Deutschlands
absolviert, muss Clara ihre Berufung zurückstellen um für den gemeinsamen Sohn da zu sein.
Clara Immerwahr
Mit Beginn des Ersten Weltkrieges entwickelt Haber in unzähligen Tierversuchen gegen den Willen seiner Frau Giftgaswaffen, die dann erstmalig am 22. April 1915 in Ypern (Belgien) von deutschen Truppen eingesetzt wurden, und zu ca. 5000 Toten und 10000 Verletzten führte. Dadurch wurde Fritz Haber zum Erfinder der ersten Massenvernichtungswaffe der modernen Geschichte. Clara lmmerwahr dagegen versuchte trotz der Geheimhaltungsstufe der Forschungen ihres Mannes gegen die Erfindung und den Einsatz von Giftgaswaffen öffentlich zu protestieren. Es war für sie undenkbar, dass die größte chemische Industrie der Welt anstatt für den Fortschritt der Menschheit zur Vergasung von Menschen eingesetzt würde. Als Wissenschaftlerin, als Frau und Humanistin wurde sie daraufhin in ihrem Aktionsradius von ihrem Mann, aber auch vom damaligen Geheimdienst immer stärker eingeschränkt. Es blieb ihr nur noch eine Möglichkeit des Protestes übrig: Sie erschoss sich am 2.Mai 1915 mit der Dienstwaffe ihres Mannes, die sie auf ihr Herz gerichtet abfeuerte.
Britische Soldaten - Opfer eines Giftgasangriffs
Kriegsverbrecher und Nobelpreisträger Fritz Haber, geehrt auf einer Briefmarke 1957
Fritz Haber machte dagegen weiter Karriere. Trotz seiner Kriegsverbrechen erhielt er 1918 den Nobelpreis (für die Entwicklung der chemischen Grundlagen für Kunstdünger) und arbeitete dann an Schädlingsbekämpfung mittels Giftgas ab 1925 bei der IG Farben. Einer seiner Schüler entwickelte das Gas "Zyklon A", dass zu "Zyklon B" weiterentwickelt wurde. Rudolf Steiner charakterisierte die chemischen Grundlagen von Kunstdünger als schwarze Magie, und setzte dieser Erfindung seine biologisch-dynamische Landwirtschaft entgegen.
Als Annie Besant sich gegenüber der dt. Sektion der TG Adyar rechtfertigen musste, warum sie sich zu Beginn des Weltkrieges radikal auf die Seite Englands und Frankreichs stellte, schrieb sie, dass ihr Meister mitgeteilt habe, es würde in Deutschland ein Reich der Gewalt und Finsternis entstehen. Daher könne kein Theosoph neutral bleiben. Annie Besant meinte auch, dass ihre radikale Haltung gegen das Deutsche Kaiserreich aufgrund der Verbrechen z.B. in Belgien gerechtfertigt würde, da dort bereits das Reich der Gewalt zu sehen wäre.
Wissenschaftliche Barbarei, wie die des Fritz Haber, ist es, denen gegenüber Theosophen nicht neutral bleiben dürfen! Nicht nur normales ethisches Empfinden von Theosophlnnen sondern auch die Weisung eines Meisters der Weisheit fordert uns auf, unseren Protest gegen solche Grausamkeiten unzweideutig zum Ausdruck zu bringen! Clara lmmerwahr kann uns hier als großes Vorbild dienen. Sie ist die Märtyrerin einer Verbindung von Wissenschaft und Menschheitsethos. Wie Giordano Bruno für die Freiheit der Wissenschaft Folter und Tod erlitt, so starb Clara lmmerwahr für die Menschlichkeit der Wissenschaft. Die moderne Folter die sie etragen musste, war psychischer und sozialer Art. Sie musste damals scheitern, weil sie allein stand, gegen eine verbrecherische Verbindung hochorganisierter Formen des Militarismus und der Industrie. Doch heute sind es schon viele Menschen, die so denken und empfinden, wie sie. Wirkliche Theosophen gehören auch dazu. Unser Ziel muss es sein, eine echte Bruderschaft der Menschheit zu begründen, die nicht einfach nur bei Tee und Kuchen esoterische Themen bewegt, sondern tatsächlich wirksam wird, wenn es darauf ankommt. Menschen wie Clara Immerwahr sollten in einer ernstzunehmenden Geschwisterschaft wenigstens eine menschliche Heimat finden können, solange wir eine wissenschaftliche Heimat nicht zu bieten vermögen. Darauf sollten wir heute hinzuwirken beginnen. Die Weltethosbewegung bietet die Möglichkeit, dass sich alle die den Missbrauch der Wissenschaft gegen die Menschheit verhindern wollen, zu einer starken Gemeinschaft vernetzen.
Der in der theosophischen Bewegung seit vielen Jahren weithin bekannte Vortrags-redner und Autor zahlreicher Artikel Michael Stemmer hielt am Dienstag dem 24. März in unserem Zentrum im Hermann-Behn-Weg zu unserer Freude den ersten von zwei Vorträgen über die Philosophie des Ken Wilber. Der zweite Vortrag folgt am Dienstag, 7.April 2009, 18.30 Uhr (Bitte vormerken!). In der jüngsten Vergangenheit hatte Michael Stemmer eine größere Vortragsreihe über die Meditationstechniken des Tibetischen Buddhismus in Hamburg gehalten. Die Vorträge über Ken Wilber knüpfen an dieses Thema an und schildern ein modernes philosophisches System, das vielversprechende, zukunftorientierte Wissenschaftsmodelle zur meditativen Praxis beitragen kann. In bewundernswerter Klarheit und in Worten, die schwierige Theoreme gut verstehbar wiedergeben, führte uns Michael Stemmer in die integrale Wissenschaft Ken Wilbers ein. Dabei ging er besonders auf die Parallelen ein, die das Werk dieses bedeutenden Denkers der Gegenwart mit den theosophischen Lehren aufweisen. Anhand der verschiedenen Schaffensperioden Ken Wilbers bekamen wir einen Überblick über die Entwicklungen seiner Philosophie, vor allem auch in Beziehung zur Transpersonalen Psychologie. Ausführlich besprochen wurde das Modell der Holone in den vier Quadranten.
innen
außen
individuell
Bewusstsein
Ich, Psychologie, subjektiv Körper
Körper
ES, Naturwissenschaft, objektiv
kollektiv
Kultur
innerlich-kollektiv intersubjektiv
Institution
äußerlich-kollektiv (sozial) interobjektiv
Insgesamt ist die Bedeutung der integralen Wissenschaft Ken Wilbers u.a. für eine Erneuerung der Theosophischen Lehren im 21. Jahrhundert wohl nicht zu überschätzen. Wir hoffen und unterstützen als Gruppe Hamsa, dass dieser integrale Impuls den Michael Stemmer mit seinen beiden Beiträgen für die TG Adyar in Deutschland setzt, sich möglichst verbreitet und Früchte trägt. Manchmal kommt ein neuer Impuls zu früh, und öfter kommt ein Impuls zu spät, oder verhallt folgenlos – hier aber ist er zur richtigen Zeit am richtigen Ort gesetzt worden. Hier entsteht Zukunft!
Das Projekt „Institut für Theosophiologie“ ist zunächst eine ernst gemeinte Idee, deren Realisierung von der Entwicklung selbst eingefordert wird. Es ist als ideeller Ort konzipiert worden, an dem vernünftig und meditativ mit den Inhalten der theosoph-ischen Lehren umgegangen wird. Der Begriff Theosophiologie ist neu. Er bezeichnet das intensive, systematische Durchdenken theosophischer Ideen, mit einer aus diesem sachlichem Studium resultierenden spirituellen Option. Zunächst war nur geplant, eine Pflege unserer Lehren im Sinne des 2. Zieles unserer Gesellschaft zu fördern. Beim Nachdenken um die Zukunft der theosophischen Bewegung stellte sich jedoch heraus, dass durch eine solche mentale Pflege, nur ein Problem von vielen gelöst wird. Daher wurden die Aufgabenfelder des Institutes erweitert. Die Erforschung der Welt der verborgenen Kräfte, Phänomene und der Erweckung positiver Möglichkeiten im Menschen (3.Ziel der TG) wurden genauso als Ziel aufgenommen, wie wichtige Arbeiten im Bereich moderner Sozial- und Studiengestaltung.
Die Forschungen zum 3.Ziel werden aber eher unspektakulär sein. Es geht nicht darum verschiedene okkulte Techniken durchzuprobieren, um etwa die wirksamste heraus-zufinden. Vielmehr werden viele scheinbar trockene Arbeiten, wie die Untersuchung der Theorie und Praxis einer Technik anhand ihrer Selbstdarstellungen, der Erfahrungs-berichte und Kritiken durchgeführt, um vor allem auch über Gefahren und Chancen einer Technik Aussagen treffen zu können. Nur risikoarme Übungswege, wie z.B. Chanten des Mahamantra, Beten des Vaterunser usw. ) werden unmittelbar im Selbstversuch erforscht.
Das Institut ist eine unabhängig von der Theosophischen Gesellschaft bestehende Einrichtung, aber durch seinen Gründer (und derzeit einzigen Mitglied :o) ) enger mit der Loge Hamsa verbunden. Es versteht sich als Dienstleister an der theosophischen Bewegung insgesamt, und tritt nur auf Anfrage hin öffentlich in Erscheinung.
Ein weiteres neues Projekt ist die „Forschungsstelle für theosophische Geschichte URD". Bereits 2006 wurde von der Loge Hamsa aus ein mehre Seiten umfassendes Konzeptpapier als Aufruf zur Begründung einer theosophischen Forschungsloge oder Forschungsgruppe in der deutschen Sektion der TG Adyar verbreitet (in Anlehnung an ähnliche Organisationsformen in der Freimaurerei). Damit sollte an die Tätigkeit der früheren Historischen Kommission der TG Adyar angeknüpft werden. Das Echo auf diesen Aufruf war sehr gering. Interessierte Mitarbeiter fanden sich nicht. Darum wurde nun eine unabhängige Forschungsstelle ins Leben gerufen, die sich an die gesamte theosophische Bewegung wendet, aber ihrerseits auf eine stärkere Vernetzung mit der TG Adyar hofft. Ziel ist es eine umfassende Chronik (Dokumenten-Sammlung) der TG Adyar und der Bewegung insgesamt zu erarbeiten, sowie die Erinnerungsschätze der Mitglieder schriftlich festzuhalten, bevor sie durch den Tod der Mitglieder verloren gehen.
Beide Projekte werden von ihrem Begründer R.M.Schulz geleitet, und sind letztlich auch Zufluchtsorte, an denen ausschließlich im Sinne der Theosophie gearbeitet wird. Ernsthafte Freunde der Theosophie und des theosophischen Pfades sind herzlich willkommen und eingeladen mitzutun.
Unser Zentrum im Hermann-Behn-Weg wurde am Dienstag, dem 10. Februar wieder Mittelpunkt neuer Entwicklungen in der Theosophischen Bewegung. Es wurden Auszüge aus einem Text verlesen und besprochen, der Grundlage sein will für die Annahme der Herausforderungen, die das 21. Jahrhundert an die Theosophische Bewegung stellt. Vorgestellt wurde das „Manifest der Avantgardistischen Theosophie“ von seinem Autor R.M.Schulz. In ihm wird anhand der Gesetzmäßigkeiten der Evolution die Notwendigkeit des theosophischen Avantgardismus theoretisch begründet, der als „dritte Kraft“ in dem Ringen zwischen Reformern und Nichtreformern auftritt. Zugleich wurde die Wichtigkeit der theosophischen Arrieregarde (Nachhut) und des theosophischen Gros (Hauptmacht) bejaht, die dynamische Beziehung zwischen ihnen und der Avantgarde aufgezeigt, und die Möglichkeit harmonischer Beziehungen zwischen ihnen offengelegt.
Trotz der Kürze des Textes (ca. 15 Seiten) hat der Verfasser des Manifestes viele Themen innerhalb der Theosophischen Gesellschaft vermutlich erstmalig berührt. Das Manifest der Avantgardistischen Theosophie zeigt einleitend auf, dass sich die Prioritäten unserer Gesamtbewegung mit der zunehmenden Krise unseres Planeten deutlich geändert haben, und ein Umdenken und eine neue Aufstellung der theosophischen Gruppen erfolgen müsste, wenn die Bewegung für die Bruderschaft der Menschheit nicht bedeutungslos aus der Welt verschwinden will. Es wird ein eindeutiges Bekenntnis zur Moderne abgelegt, und im Detail nachgewiesen, dass die Theosophische Bewegung durch und durch Moderne ist, und deshalb mit allen Kräften innerlich zusammengehört, die ebenfalls die Ideen der Moderne vertreten und verteidigen. Danach wird im Manifest vor allem das Gros der Bewegung betrachtet, und seine notwendigen Gestaltungsgesetze und Merkmale benannt. Hierzu gehört, dass das Gros sich um eine „Kerngruppe“ herum bildet, welche nur entfernt den Elitekonzeptionen gleicht, die in den Überlegungen heutiger demokratischer Elitesoziologen durchdacht werden. Die Kerngruppe ist im Gegensatz zu den Eliten völlig selbstlos und dienend – allerdings in freier Selbstauswahl auch kämpfend - dargestellt. Danach erfolgt im Manifest die Proklamation einer aus der Kerngruppe sich selbst gebärenden theosophischen Avantgarde, die sich in eigenem Namen vom Gros entfernen muss, um sich mit den fortgeschrittensten Kräften und Menschen der Gegenwart in freier Kollaboration zusammen zu finden. Sie geht zunächst einsam in das Unbekannte hinaus, auf theosophischen Wegen, die neu sind, um in Übereinstimmung mit der Evolution Gestaltungen hervorzubringen, die es so noch nicht gegeben hat.
Im Manifest wird auch erstmalig das Wirken von Helena Blavatsky, Annie Besant, Rudolf Steiner und Jiddu Krishnamurti als Ausdruck des spirituellen Avantgardismus verstanden. Insbesondere die Leistungen Krishnamurtis und Steiners werden so völlig neu beleuchtbar. Die Anthroposophie wird aus dieser Perspektive zu einer avantgardistischen Strömung innerhalb einer theosophischen Gesamtbewegung der Menschheit, und die „Philosophie der Freiheit“ zum immer noch aktuellen Grundlagenbuch der theosophischen Vorhut im 21. Jahrhundert. Damit sind – man könnte fast sagen im letzten Augenblick – doch noch hunderte Brücken gefunden, die einen schöpferischen Austausch zwischen Theosophischer und Anthroposophischer Bewegung einerseits und den Ideen Krishnamurtis andererseits ermöglichen.
Das Manifest der Avantgardistischen Theosophie ist noch im Wachstum begriffen. Es konnte bei unserem Treffen nicht einmal zur Hälfte verlesen werden, weil der Gesprächsbedarf den es auslöst, sein Recht forderte. Gleichzeitig konnten aus den Gesprächen Hinweise für den Verfasser mitgenommen werden, die in die weitere Gestaltung des Textes einfließen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird es auf einer eigenen, unabhängigen Webpräsens im Internet veröffentlicht werden. Als echtes avantgardistisches Projekt wird es außerhalb der Theosophischen Gesellschaften fortgesetzt, um die Harmonie innerhalb dieser Gruppen (innerhalb des Gros) nicht zu gefährden. Denn es will keine Diskussion erzwingen, sondern frei Menschen aus dem Gros und den Avantgarden der Gegenwart interessieren, und vielleicht sogar um sich versammeln.
Vor dem Missbrauch des Begriffs der Theosophischen Avantgarde durch die große Zahl der Ideenkopierer soll hier noch gewarnt werden. Sowohl die Avantgarde als auch die Kerngruppe erkennt man an im Manifest beschriebenen Merkmalen, die nur schwer erreichbar sind. Sie können überhaupt nur aus Menschen bestehen, deren Leistungen für die theosophische Bewegung unübersehbar sind. Diejenigen die sich gerne mit jedem neuen Namen bemänteln, sei es um andere Menschen zu täuschen oder zu kommerziellen Zwecken, werden über kurz oder lang ihrer eigenen Lächerlichkeit überführt werden. Die Theosophische Avantgarde steht jeder Form von Phrasenhaftigkeit unversönlich gegenüber.
Das Theosophie Portal soll, wie der Name schon sagt, ein Tor sein zu sämtlichen theosophischen Webprojekten in deutscher Sprache. Erstmalig ist eine deutsch-sprachige Webseite entstanden, die alle derzeitigen Seiten der Theosophischen Gesellschaften gemeinsam listet. Grundlage war auch hier wieder die Seite der Loge Hamsa, auf der sich bereits umfangreiche Linklisten befinden. Das Portal bietet nun diese links geordnet und übersichtlicher gestaltet an. Es ist auch an ein Ausbau in Richtung Alice-Bailey-Bewegung und Roerich-Bewegung gedacht. Das Theosophie Portal ist ein Webprojekt, das nicht an eine bestimmte Gesellschaft gebunden ist.
Hierbei wurde auf das kostenlose Angebot von Google Sites zurück gegriffen, das allerdings den Nachteil hat, dass die Seite ohne Vertrag und daher relativ rechtlos ist. Sie kann unter Umständen gelöscht werden. Google Sites ist sehr leicht zu bedienen, und bietet weitaus größere technische Möglichkeiten als der T-Online-Homepagemanager. Es können auch andere Internetbenutzer zur Gestaltung der Seite eingeladen werden, was bei T-Online leider so nicht möglich ist. Damit ist der Weg frei, dass jede(r) TheosophIn eine eigene kleine Homepage bastelt, ganz ohne Programmier-kenntnisse! Theosophie Portal entstand in nur vier Tagen! TheosophInnen die gerne eine Homepage bei Google Sites einrichten möchten, und im Internet noch unerfahren sind, helfe ich gerne weiter. (Kontakt siehe "Impressum")
Bereits im August 08 begannen die ersten Vorbereitungen. Inzwischen sind nun auch die Regeln geschrieben, und schon die ersten Mitglieder eingetroffen, so dass das Forum seit Mitte Dezember als geöffnet betrachtet werden kann.
Es ist von mir als unabhängiges Fach-Forum eingerichtet worden - unabhängig von der Theosophischen Gesellschaft Adyar - um organisationsübergreifend zu wirken, und um eine große Themenvielfalt und völlig freien Austausch zu ermöglichen, der nur durch die aufgestellten Regeln begrenzt wird. Im Forum sollen Fragen diskutiert werden, die sonst nirgends einfach so nachlesbar sind, und auch fachlich richtig beantwortet werden. Es könnte mehr und mehr auch Informationsportal und Ideen-Atelier sein, in dem erste Entwürfe für neue Projekte angesprochen werden, Begegnungen und Verbindungen entstehen. Ich erhoffe mir Forumsmitglieder aus den verschiedenen Richtungen der Theosophen, der Anthroposophen, Rosenkreuzer, Freimaurer, Buddhisten, Hinduisten, Christen, Juden und vielen anderen.
Durch anklicken des Bildes gelangst du zum Forum.
Es wird im Forum auch Artikel zu modernen Themen, Rezensionen verschiedenster Bücher, Filme, Musik geben. Sollten im Laufe der Zeit immer mehr Mitglieder immer mehr Themen besprechen, werden natürlich auch geeignete Moderatoren benötigt, die gern für ein Themengebiet überparteilich Verantwortung übernehmen. Hierbei denke ich selbstverständlich auch an Nichttheosophen als Moderatoren, z.B. könnte (und sollte vielleicht auch) den Themenkomplex zur Anthroposophie ein Anthroposoph moderieren usw. . Im Forum soll sich höhere inhaltliche Qualität manifestieren. Es ist in der konzipierten Themenbreite ein bisher einzigartiges Experiment im deutschen Sprachraum.
Schon im Januar 2008 startete das Theosophie-Forum Kärnten als Bereich des Unity-Forum des Autoren, Liedermacher, Country- und Gospelsänger Anton Gratianus Dekan . Unity ist ein sehr reines, sehr spirituelles Christentum das von Charles und Myrtle Fillmore begründet wurde. Unity pflegt Praxen des Gebetes und der spirituellen Heilung.
Mir persönlich ist Unity durch liebevolle, selbstlose Fürbittgebetsdienste bekannt. Hierbei wird für fremde Menschen, die sich in einer gefährlichen gesundheitlichen Notlage befinden, über viele Tage durchgehend 24 Stunden gebetet. Das ist auch für die Angehörigen eines erkrankten Menschen eine sehr große Stärkung der Hoffnung. Im deutschen Sprachraum ist Unity seit vielen Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Neugeist-Bewegung bekannt geworden, deren hervorragenster Vertreter K.O.Schmidt war.
Bei unserer diesjährigen Sommertagung wurde am 14.JuliManuela Kaulich zur neuen Generalsekretärin der Deutschen Sektion derTheosophischen Gesellschaft Adyar mit über 90% der abgegebenen Stimmen gewählt.Die hohe Wahlbeteiligung, sowie die Tatsache, dass es nicht eine einzige Gegenstimme gab, belegen die festeZuversicht und das hohe Vertrauen, das wir Mitglieder in unsere neueGeneralsekretärin setzen. Die Gruppe Hamsa bekräftigt hier wiederholt, ihreschon im Vorfeld der Wahl abgegebene Willenserklärung, Manuela Kaulich in ihremAmt in aktiver Treue tatkräftig zu unterstützen.
Die Loge Hamsa bedankt sich an dieser Stelle noch einmalherzlich, bei der aus dem Amt scheidenden Elisabeth Schmidt für ihren großen,aufopfernden Dienst an unserer Gesellschaft und der Verbrüderung der Menschheit,den sie so viele Jahre selbstlos geleistet hat. Ihr umfangreicher,unermüdlicher Einsatz für unsere gemeinsame Sache kann uns Vorbild und Anspornsein. Wir freuen uns, dass sie ihre Tatkraft für weitere 3 Jahre innerhalb desVorstandes zur Verfügung stellt.
Nach
ihrer Wahl schlug die neue Generalsekretärin ihre Kandidaten für den neuen
Vorstand vor, über die dann einzeln abgestimmt wurde. Sie wurden von den
Anwesenden alle beinahe einstimmig gewählt.
Neuer
Vorstand – neuer Wind! So könnte man die Stimmung beschreiben, welche sich
bereits seit den Tagen der Wahl in der Sektion ausbreitet. Mit dem Jahr 2005 beginnt für die
Theosophische Gesellschaft ein neuer großer Zyklus, der 2008 mit einem anderen neuen
Zyklus der TG Adyar zusammenfällt. Alle Anzeichen sind günstig. Und so können
wir auf einen verstärkten Aufbruch der Theosophischen Bewegung in das 21. Jahrhundert
hoffen, und kräftig dabei mitwirken.
Vorbildliche Wahlbeteiligung der Deutschen Sektion
Das Resultat der Präsidentenwahl unserer Theosophischen
Gesellschaft ist den meisten unserer Mitglieder schon seit ca. drei Wochen
bekannt: Dr. Radha Burnier wurde mit über 65 % aller Wählerstimmen zum 4. Mal von
den Mitgliedern in das Amt des Präsidenten berufen. Dr. Radha Burnier trat das
Präsidentenamt zum ersten Mal 1980 an, und führt es nun für weitere 7 Jahre
aus.
Radha Burnier ist die Tochter von N.Sri Ram, dem 5.
Präsidenten der TG Adyar. Sie erhielt die Ausbildung in klassischem indischen Tanz
(Bharata Natyam) und studierte Sanskrit. Für ihre Förderung der Gelehrsamkeit
und der ethischen Werte erhielt sie von der Nagarjuna Universität die
Ehrendoktorwürde. Viele Jahrzehnte hindurch leitete sie die unter
Religionswissenschaftlern berühmte Adyar-Bibliothek mit angeschlossenem
Forschungszentrum. Sie betätigte sich viele Jahre hindurch bei der Aufnahme von
Waisenkindern und bei der Gestaltung
einer Tierklinik. Dr. Radha Burnier war von 1960 – 1978 Generalsekretärin der
Indischen Sektion, der größten Landessektion weltweit. Sie ist Autorin mehrerer
Bücher und Herausgeberin des Theosophist, und hielt weltweit ausgedehnte
Vortragsreisen.
Als Gegenkandidat angetreten war Dr. John Algeo, an dessen
Besuch der Sommerschule der Deutschen Sektion sich viele unserer Mitglieder
liebevoll erinnern.
Dr. John Algeo erreichte mehre Universitätsdiplome und war
als Professor für Englische Sprache an mehreren Universitäten in den USA tätig.
Er unterrichtete auch an der Universität London, in Deutschland und Jerusalem.
Er hat mehre akademische Veröffentlichungen auf seinem universitärem Fachgebiet
geschrieben. Von 1993 – 2002 war er
Generalsekretär der Amerikanischen Sektion. 2002 trat er das Amt des
Internationalen Vize-Präsidenten der TG Adyar an, und hat seitdem in vielen
wichtigen Fragen die Präsidentin erfolgreich vertreten. Er ist Autor unzähliger
theosophischer Artikel, und auch Autor und Herausgeber vieler wichtiger theosophischer Bücher. Auf Bitten vieler
Landessektionen und im Verantwortungsbewusstsein für unsere theosophische Sache
hat sich John Algeo als Gegenkandidat aufstellen lassen, obwohl die Aussicht
auf Erfolg von vornherein gering war.
Die Loge Hamsa bedankt sich bei Dr. John Algeo für sein
Engagement bei der Wahl und für die Zukunft der TG Adyar insgesamt!
Die Briefwahl brachte nun etwa folgende Ergebnisse hervor,
die ich in Diagrammen dargestellt habe. Die Berechnungen folgen den bekannten
Zahlen der jeweiligen Landessektionen. Alle Angaben sind ohne Gewähr!
Kommentar:
Anhand der Zahlen kann man ungefähr zu folgendem Ergebnis
kommen: Die hohe Wahlbeteiligung der
Indischen Sektion mit ihrem sehr deutlichen Votum für Dr. Radha Burnier hat die
Entscheidung insgesamt herbeigeführt. Zieht man die Ergebnisse der Indischen Sektion
ab, wird deutlich, dass Dr. John Algeo außerhalb Indiens klar die Mehrheit der
Stimmen erhalten hat. In fast allen Landessektionen außerhalb Indiens lag Dr.
John Algeo vorn. Dies macht deutlich, dass es innerhalb unserer TG Adyar
verschiedene Vorstellungen über die zukünftige Entwicklung unserer Gesellschaft
gibt, die sich in den Wahlergebnissen manifestieren.
Es kommt nun darauf an, dass die Mitglieder weltweit
vertieft ihre geschwisterliche Einheit und ihr Zentrum in Adyar im Denken,
Reden und Handeln bejahen. Die Wahl ist erfolgreich abgeschlossen, und sollte
in Frieden in den Sektionen ausklingen. Die
Loge Hamsa hat sich, wie die Deutsche Sektion insgesamt, gleich nach diesem
Höhepunkt bereits wieder ganz und gar dem Dienst an den Mitmenschen zugewandt,
und sendet positive Gedanken, Liebe und Licht nach Adyar hinüber.
Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar
von 1928 bis 1934
Schon in der Planungsphase unserer Hamsa-Seite schwebte die Idee im Raum,einen möglichst umfangreichen Beitrag über Leben und Werk des Johannes Maria Verweyen zu gestalten,damit beides der Vergangenheit entrissen wird. Hierzu wäre in mühevollster Art Forschungsarbeit zu leisten gewesen. Diese gewaltige Arbeit ist aber längst getan worden – auf der großartigen Homepage
von Bernhard Kipping und Prof. Dr.Heinz Robert Schlette findet man einfach alles:
„Heimkehr“ - die Autobiographie von J.M.V.
eine komplette Bibliographie,
Briefe und Fotos
viele Dokumente zu seinem Leben
Spurensuche und vieles mehr.
Johannes Maria Verweyen , Religionsphilosoph, Freimaurer, Theosoph, Neugeistler, liberalkatholischer Priester , bekennender Katholik war einer jener großen deutschen Theosophen, deren Geschichte in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend in Vergessenheit geriet. Die nach dem Ende der NS-Diktatur - deren Ende besonders für die deutschen Theosophen eine Befreiung war- sich aus überlebenden Mitgliedern neuformierende theosophische Bewegung wirkte vor allem auf die Lösung der Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben hin. Im Wesentlichen ist dies bis heute so geblieben, aber die heutige Generation der Theosophen blickt mitfühlend zurück, versucht sich die Vergangenheit der Theosophischen Gesellschaften liebevoll zu erschließen. Besonders auf die gänzlich unerforschte Zeit kurz vor bzw. während der Machtergreifung der Finsternis in Deutschland richtet sich ihr Blick – eine Zeit brutaler Verfolgung aller theosophischer Gruppen und Anfang des Leidensweges vieler unserer Mitglieder. Der Lebenslauf Johannes Maria Verweyens ist hierfür eine bleibende Mahnung.
Dokumentiert wird auf der Homepage J.M.Verweyens Arbeit als Profesor an der Universität Bonn, die Mitarbeit an der freimaurerischen Monatsschrift „Der unsichtbare Tempel“ von Dr. Ernst und Dr. August Horneffer, sein reiches schriftstellerisches Schaffen auf den Gebieten der Philosophie, Parapsychologie, seine Mitarbeit im Vorstand des Monistenbundes. In seiner komplett wiedergegebenen Autobiographie gibt er umfangreich und gut nachvollziehbar die Gründe an, die ihn über die Weihe zum Priester der Liberalkatholischen Kirche zur Heimkehr in die Römisch-katholischen Glauben bewegen, ohne deshalb sein Interesse für die Esoterik aufzugeben. Die mächtige Römisch-katholische Kirche ist es auch, die ihn in der Zeit der NS-Terrorherrschaft noch eine Weile zu schützen vermag. Aus ihr heraus leistet er dem System als bekennender Katholik Widerstand. So hält er 1935 (!) einen Vortrag gegen die rassistische Ideenwelt der Nationalsozialisten. Dort formulierte er:
“Der naturhafte Mensch unterscheidet sich nicht von einem Raubtier. - Noch im entarteten Verbrecher steckt ein Fünklein des höheren Menschen. - Alles naturhafte, um ganz deutlich zu sein: auch alle Blauäugigkeit und Blondheit ist bei aller Bedeutung kein Ersatz für die Kultur. Kultur ist viel schwieriger, als man annimmt, nämlich Erhebung zum Geist.”
Die sächsische NSDAP- Zeitung „Der Freiheitskampf“ kommentierte 1935 dieses Zitat mit:“Volksgenosse Verweyen, Sie sind sehr deutlich geworden, wir haben Sie verstanden!”
Auf der Homepage findet man auch einen Registerauszug aus J.M.Verweyens Gestapoakte. Diese zeigt exemplarisch die Art und Weise der geheimdienstlichen Überwachung nahmhafter Esoteriker im NS-Staat und den Leidensweg J.M.Verweyens auf : sein ca. zweimonatiges Untertauchen nach Erlass des Haftbefehls gegen ihn, seine schließliche Verhaftung im Rahmen der geheimdienstlichen „Aktion gegen Geheimlehren“ ( mit „Geheimlehren“ ist die Theosophie gemeint!). Nach längerer Haftzeit wurde er am 27.08.42 in das KZ Sachsenhausen eingewiesen und von dort zur Vernichtung in das Lager Bergen-Belsen abtransportiert. Es gibt einen kurzen Bericht eines Mithäftlings über die Letzten Lebenstage J.M.Verweyens. (Ich gebe ihn hier wieder, um jeden esoterisch Interessierten, der zufällig diese Seite anklickt, und eventuell noch einige wenige naive Vorstellungen über das NS-System hat, die Realität der Lager zur Kenntnis zugeben)
„Am 7.2.45 ist J.M.V. mit 1000 anderen Häftlingen ins Lager Belsen überführt worden, angeblich zur Erholung. Es waren dies alles Häftlinge, die nicht irgendwelche kriegswichtige Arbeit leisteten. Dort angekommen, erklärte ihnen der Kommandant, sie seien nicht zur Erholung dort hingekommen, sondern um zu sterben, da sie unproduktiv seien; je schneller dies geschehe, um so besser für die Häftlinge. Die Verpflegung war dort sehr schlecht, die Behandlung unter aller Menschenwürde; keine hygienischen Einrichtungen, keine Medikamente. Wenn an einem Tage nur 150 Häftlinge gestorben waren, erklärte der Kommandant: „Das ist zu wenig, morgen müssen es mehr sein.“ Darauf ließ er für einige Tage das Wasser, das ohnehin sehr knapp war, abstellen, so daß die Sterblichkeitsziffer rapide in die Höhe ging und 1000 erreichte. Die Kranken ließ man ruhig liegen und sterben, je eher sie starben, um so besser. In der letzten Zeit gab es im Lager zwei Verbrennungsöfen, die aber die Zahl der Toten nicht bewältigen konnten, zumal die Mithäftlinge, die ihre Leidensgenossen wegtransportieren mussten, durch die schlechte Ernährung und Behandlung nicht in der Lage waren, mehr als 2 Ladungen am Tage zu den Öfen zu schaffen. Der Weg dorthin betrug 2 km. So blieben die Leichen eben tagelang liegen und dienten als neue Ansteckungsherde. Schließlich wurde ihnen ein Strick oder Riemen um den Arm gebunden und sie so zu den Öfen geschleift. So wurde J. M. V. vom Fleckfieber erfasst und starb am 20. oder 21. März 45. Das Herz war zu geschwächt und konnte den Fiebersturm nicht aushalten.“
An den Verbrechen der totalitären Staatssysteme könne wir unter anderem auch die Folgen sehen, die eintreten, wenn Menschen des schwarzen Weges durch die Wellenbewegung der Geschichte an die Spitze der menschlichen Gesellschaft gespült werden, und sich mit dem in der Menschheit leider immer noch vorherrschenden egoistischen Wollen verbinden.
An der Freiheitsbewegung Indiens besonders am Wirken M.K.Gandhis und J.Nehrus können wir dagegen lernen, wie diejenigen, die den weißen Weg gehen, dem auch wir Theosophen bedingungslos verpflichtet sind, gegen den Strom des Egoismus in der Welt erfolgreich wirken können.
Annie Besant (1847-1933) hat in ihren letzten Lebensjahren den Unterschied zwischen dem schwarzen und weißen Weg so charakterisiert:
" Der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Wegen ist der, daß der schwarze ausschließlich auf Getrenntheit hin ausgerichtet ist und sein Ende in einem Zustand absoluter Isolation hat, während der weiße beständig auf Vereinigung hinzielt und in einem Zustand vollkommender Einheit endet...
...Jedermann der versucht, dadurch der Tränen unfähig zu werden, das er jedes Gefühl ertötet, unternimmt Schritte in Richtung auf den dunklen Pfad hin. Der Mensch auf dem anderen Pfade wird nur insofern der Tränen unfähig, als sein eigenes persönliches Leid betroffen ist. Seine eigene Natur bewegt ihn nicht, aber gegenüber den Gefühlen anderer ist er vollkommen wach. "
Die allumfassende Bruderschaft der Menschheit ohne Unterschied von Rasse, Glauben, Geschlecht, des Standes oder der Hautfarbe begründet den theosophischen d.h. den weißen Pfad!
Totalitäre Gedankenwelten (z.B. des rechten , linken und religiösen Extremismus ) sind diesem Weg vollständig entgegen gesetzt. Johannes Maria Verweyen führte dieses Ziel, an dem er sein Leben lang festhielt, zurück zur christlichen Altargemeinschaft mit ihren Geboten der Gottes- und Nächstenliebe. In seiner Autobiographie schrieb er über seine Entwicklungsetappe , die intensiv mit der Theosophischen Gesellschaft verbunden war:
„Dies alles könnte ich mir aus meinem religiösen Werdegang nicht fortdenken. Nur so fand ich die Brücke von einem bloßen idealistischen Diesseits-Positivismus zur Metaphysik des Christentums…
….Ebenso dankbar gedenke ich der tiefen Freude und großen Bereicherung, die mir im Rahmen der Theos. Ges. die persönliche Begegnung mit so vielen liebenswürdigen Persönlichkeiten, Männern wie Frauen, brachte ….Es war, zumal in dem engeren Ringe, eine Atmosphäre brüderlicher Herzlichkeit und erquickender Fröhlichkeit, wie sie überhaupt nur dort entstehen kann, wo das “Ich” und die “eigene Person” ganz zurücktritt hinter einer hohen Sache, die den innersten Menschen bewegt und beschwingt…
…Nirgendwo sonst habe ich vorher - und höchst selten nachher - so viele Menschen im Zeichen innerer Ausgeglichenheit und äußerer Harmonie, zugleich im Zeichen einer tönenden Stille, vereinigt gefunden. Das Einzige, was ich mit solchem _Erlebnis zu vergleichen vermag, ist die Gemeinschaft derer, die in gesammelter Haltung “zum Tische des Herrn” treten, zumal wenn dies in einem Kreise von Menschen vor sich geht, die eine - jener esoterischen Schulung verwandte, sie vielleicht im einzelnen noch um ein vielfaches übertreffende - christlich-aszetische Durchbildung aufweisen, die den ganzen inneren wie äußeren Menschen “in Ordnung” bringen will…“
Als ich vor vielen Jahren (noch im zwanzigsten Jahrhundert) in Berlin einen der bedeutendsten und kenntnisreichsten Antiquare Deutschlands, Wolfgang Kistemann aufsuchte, um in seiner, der Öffentlichkeit schwer zugänglichen, hoch gesicherten, geheimnisvollen Buchhalle nach seltenen theosophischen Büchern zu suchen, sah ich sie – die komplette Ausgabe der Jahresbände der ersten theosophischen , esoterischen Zeitschrift Deutschlands „SPHINX“.
Ich durfte einige Bände aufschlagen, sah die vielen bekannten Autoren der alten Garde der Esoterik des 19. Jahrhunderts – und hatte nicht genügend Geld die Bände zu erwerben, obwohl mir W. Kistemann ein persönliches Sonderangebot erstellte .
Fortan träumte ich jahrelang von den vielen, vielen Bänden der SPHINX, die außer mir, so viele Sammler begehrten, meistens ohne ihre Sammlung vervollständigen zu können. Ich aber hatte die vollständige Ausgabe gesehen und in der Hand gehalten!
Seit kurzem ist sie nun allen Internetnutzern frei verfügbar:
Die gesamte Ausgabe der SPHINX von 1886 – 1896 liegt nun in digitalisierter Form von der Uni Freiburg vor – insgesamt 22 Bände mit ca. 8900 Seiten deutschsprachige Theosophie, aus einer Zeit noch vor der Gründung der Deutschen Sektion der Theosophische Gesellschaft Adyar 1902. Viele der hervorragenden Autoren, welche Eingang in die Geschichtsschreibung der esoterischen Kulturströmung fanden schrieben für die damals einzigartige Publikationsreihe, wie z.B. Carl du Prel, Albert von Notzing, Karl Kiesewetter, Ferdinand Maack, Max Dessoir, Lazar Baron von Hellenbach, Franz Hartmann, Hübbe-Schleiden, Friedrich Eckstein, Eduard von Hartmann, Cammille Flammarion, Charles Richet, Ludwig Deinhardt uva.
Es finden sich auch versteut einige seltene Vorträge Annie Besants, welcher in dieser Zeit von besonderer Kraft erfüllt waren und heute noch sind.
Geschichtliches
Die Monatsschrift „SPHINX“ wurde 1886 von dem Hamburger Theosophen Wilhelm von Hübbe-Schleiden geschaffen, nachdem die 1884 in Elberfeld gegründete Theosophische Societät Germania 1886 gescheitert war. Die SPHINX sollte das Bestreben der aufgelösten Societät weiter tragen: eine übersinnliche Weltanschauung monistisch, geschichtlich und experimentell zu begründen. Die Zeitschrift war offen für Schriftsteller verschiedener Richtungen der Spiritualität, Philosophie und Wissenschaft, wie oben aufgezeigte Namenliste eindrucksvoll belegt. Aus den sich bildenden Leser- und Autorenkreisen entstanden spontan lose Gemeinschaften, die sich schließlich enger zusammen schlossen ( z.B. die Theosophische Vereinigung gegr. 1892, die Deutsche Theosophische Gesellschaft gegr. 1894 und etwa zeitgleich die theosophische Gruppe in Berlin um Sophie Gräfin von Brockdorff ) Aus diesen Zusammenschlüssen wuchs, mit einigen Umwegen und begleitet von einer Prise Vereinsmeierei 1902 die deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar hervor. Ohne die großartige Pionierleistung der SPHINX und vor allem ihres Begründers Wilhelm von Hübbe-Schleiden wäre weder die heutige deutsche Sektion, noch die Anthroposophische Gesellschaft Wirklichkeit geworden. Hier wurde das geistige Zentrum geschaffen, durch welches später im zwanzigsten Jahrhundert die Kräfte wirken konnten.
Der kulturhistorische Wert der SPHINX kann gar nicht überschätzt werden. Die digitale Ausgabe der Uni Freiburg macht diesen spirituellen Schatz erstmals allen Interessierten kostenlos zugänglich.
EIN GANZ GROSSES DANKESCHÖN AN DIE UNI FREIBURG !
Über diesen Link gelangst du zur digitalen Ausgabe der SPHINX:
Nachdem du einen Jahresband angeklickt hast, öffnet sich ein Fenster „ Objekt Metadaten“. In diesem Fenster klickst du zum Lesen unter „Dokumente“ das braun geschriebene Wort „Anzeigen“ an – zum herunterladen der Zipp-Datei „Zipp generieren".
Bericht vom Vortrag "Theosophie contra Rassismus" vom 04.09.07
Mit einer Art theosophischen Kanonenschuss eröffneten wir nach der Sommerpause den 2. Teil unseres diesjährigen Programms. „Theosophie contra Rassismus" hieß das spannende Thema. Obwohl es klar ist, dass die Theosophische Gesellschaft Adyar prinzipiell gegen jede Form von Rassendiskriminierung und Extremismus schon immer war und immer bleiben wird, ist es doch wichtig geworden, dieses Thema eingehender zu betrachten. Denn eine tiefgehende Prüfung und Kritik der über 100 Jahre alten Texte bezüglich der Evolutionslehren von Helena Blavatsky und anderen Klassikern der theos. Literatur hat es in gründlicher Form bisher nicht gegeben. Auch der Vortrag an diesem Abend konnte dies nicht leisten. Er war eher eine prinzipielle Einführung in das Thema.
Außerhalb der theos. Bewegung wird im Zusammenhang mit der Anthroposophischen Gesellschaft die Thematik seit einigen Jahren teilweise heftig diskutiert. Besonderen Anstoß nehmen Kritiker der Esoterik an dem Reizwort „Wurzelrasse“ bzw. den damit zusammenhängenden Lehren. Durch die Diskussion mit den vielen Vorwürfen mental konfrontiert, wurde das Vortragsthema mit nachhaltiger Unterstützung der gesamten Hamburger Gruppe, Loge Hamsa in unser Programm gesetzt. Was dagegen im Referat an Gedanken entwickelt wurde, bedarf noch eines längeren Durchdenkens seitens der TheosophInnen in Hamburg und darüber hinaus.
Der Gedankengang des Vortrages ging zentral von dem Ideal der Bruderschaft der Menschheit ohne Unterschied der Rasse aus. Es wurden die bekannten theosophischen Ideen über Theosophie, Theosophische Gesellschaft, Theosophische Lehren heraus-gearbeitet und in einer dem 21. Jahrhundert angemessenen radikalen Form und großer Gedankendichte dargestellt. Es wurde der geringe Stellenwert der Lehre von den Wurzelrassen im Vergleich zum Gesamtsystem theos. Lehren aufgezeigt. Es ist nicht möglich den Inhalt des Vortrages hier auch nur annähernd zusammen zu fassen.(Wen der spannende Inhalt interessiert, der kann ihn auf der Unterseite dieser Homepage " Gegen Rassismus!" nach lesen.)
Der Vortragende kam zu folgenden Schlussfolgerungen:
1.Theosophie ist nicht rassistisch oder rechtsextrem! Sie kann es ihrem Wesen nach gar nicht sein!
2. Die Theosophische Gesellschaft ist nicht rassistisch ! Wer etwas gegen Rassismus hat, der ist bei uns richtig! Wir sind auch gegen Rassismus!
3.Das Gesamtsystem Theosophischer Lehren ist nicht rassistisch!
4. Es gibt objektiv überhaupt keine biologischen Menschenrassen! Aber es gibt die Idee der Menschenrassen mit ihren sozialen Auswirkungen!
Die Betrachtung des Menschen nach seiner DNA ist genau wie die Zuordnung des Menschen zu Gruppen mit bestimmten biologischen Merkmalen eine Diskriminierung der menschlichen Individualität. Geist und Seele können nicht von der Biologie abgeleitet werden. Rassismus wird nicht durch genetische Wissenschaft überwunden, sondern durch die Wahrnehmung des anderen Menschen, wenn ich ihm seelisch und geistig begegne. Denn dann sehe ich das Menschliche, wie das Gute in ihm und diese Erkenntnis wird mich von meinen Vorurteilen frei machen. Ich denke viele Theosophen können das aus ihrem Erleben mit Mitgliedern aus allen Teilen der Welt bestätigen
5. Der größere Teil der Wurzelrassenlehre Helena Blavatskys ist nicht rassistisch!
6. Es gibt Textstellen in den Büchern theosophischer Klassiker , welche von den Kritikern zu recht angeführt werden, da sie öfter rassistisch interpretierbar sind, aber manchmal auch die Kriterien erfüllen, die echten Rassismus ausmachen.In der Ablehnung solcher Textstellen gibt es zwischen mir und den Kritikern der Theos. Lehren keine zwei Meinungen!
7.Rassistische Textstellen sind ein Tor zur schwarzen Magie. Wir müssen diese Tore schließen und versiegeln!
Einige der brisanten Textstellen wurden verlesen und besprochen. Die verlesenen Textstellen riefen Erstaunen und Betroffenheit und Ablehnung ihres Inhaltes unter den Mitgliedern hervor - so genau hatte von den Anwesenden noch niemand den Bd. 2 der Geheimlehre studiert. Helena Blavatsky wies ja auch darauf hin, das die Bände der Geheimlehre nicht wie andere Bücher von der ersten Seite fortlaufend bis zur letzten Seite gelesen werden können und auch nicht sollten. Diesem Hinweis folgen Theosophen in der Regel. Die Textstellen waren nicht bekannt. Der Referent betonte, dass die Thematik nicht an einem Abend schon aufgenommen und durchdacht werden kann. Das braucht Zeit - und natürlich einen innergesellschaftlichen Diskurs um "Wurzelrassen"!
"Theosophie contra Rassismus" wurde von uns terminlich bewußt vor dem in der nächsten Woche stattfindenden Weltethosabend "Jüdische Religion" geplant.Die Hamburger Loge Hamsa setzt damit jenen Weg der Offenheit und Erneuerung fort, den sie mit der Würdigung der christlichen Theosophie z.B. Jakob Böhmes,Emanuel Swedenborg begonnen, und mit dem Projekt Weltethos in Kooperation mit gleichnamiger Stiftung an bisher 5 Weltethosabenden weiter beschritten hat. Die Weltethosidee deren aktive Trägerin unsere Internationale Theosophische Gesellschaft Adyar seit ihrer Unterschriftsleistung durch unsere Präsidentin Radha Burnier 1993 ist, und auch in Zukunft sein wird, wird auch weiterhin ein aktives Zentrum ihrer Impulse in der Loge Hamsa haben.
Der Verlag der Weltreligionen startet ab September 07 durch!
Der im Insel Verlag (Suhrkamp Verlag GmbH und Co KG) 2005 gegründete Verlag der Weltreligionen bringt im September seine ersten Bücher auf den Markt. Den Auftakt bilden unter anderem eine komplette Übersetzung des Rig-Veda (etwa 400 S.), Bhagavad Gita (etwa 300 S.), Vom rechten Leben – Buddhistische Lehren aus Indien und Tibet (etwa 450 S.), Die Mischna. Festzeiten – Seder Mo’ed (etwa 250 S.), das Buch der vierzig Hadithe und vieles vieles mehr.
Pro Jahr plant der Verlag die Herausgabe von ca.20 (!) Bänden - vor allem religiöser Quelltexte aus Geschichte und Gegenwart der Weltreligionen, die erstmalig oder neu, und zuverlässig in deutsche Sprache übersetzt werden! Angestrebt sind in der Regel vollständige Ausgaben.
Religionswissenschaftler, Soziologen und Philologen werden die Übersetzungen unter besonderer Berücksichtigung des interreligiösen Dialogs kommentieren. Die Ausgaben begleitet ein Wissenschaftlicher Beirat, der sich aus international bekannten Wissenschaftlern von höchstem Rang zusammensetzt.(unter anderem Prof. Dr. Jan Assman und Prof. Dr. Michael von Brück).
Großes bereitet sich da vor, dem deutschsprachigen Leser zugänglich zu werden! Bereits 2008 erscheinen heilige Schriften der Jaina (Das Kalpa-Sutra und andere Schriften, etwa 300 S.), Sri Ramakrishna. Gespräche mit seinen Schülern(etwa 450 S.), Mechthild von Magdeburg. Das fließende Licht der Gottheit ( etwa 800 S.), Ägyptische Totenliteratur (etwa 800 S.) u.v.m. . – viele Editionen, die für die religiös Interessierten einfach sensationell sind!
Es sind auch Publikationen zur jüngsten Religionstheorie (psychologische, soziologische, und medientheoretische Ansätze) z.B. zum Thema Fundamentalismus angekündigt.
Die Buchprojekte werden gefördert durch die in Neversdorf bei Hamburg ansässige Udo Keller Stiftung Forum Humanum - ein Forum für alle, die der Frage nach dem wahrhaft Menschlichen nachgehen möchten. In dem 2005 eingeweihten Stiftungshaus können Vorträge zum Thema : Meisterdenker indischer Spiritualität im 20. Jahrhundert besucht werden. Am 19. Juni 2007, 19.00 Uhr im Park hält Sudhir Kakar den Eröffnungsvortrag “Gandhi oder die Kunst der praktischen Spiritualität“.
Ein neuer suhrkampscher Büchersegen ist über Deutschland gekommen! Da können sich alle Bücherwürmer und Lektürehamster schon auf 2008 freuen!
Großer Robert: Seit März 2007 gibt es eine neue Internetseite der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Wie kam es dazu?
Kleiner Robert: Zunächst möchte ich noch einmal klar stellen, das die Internetseite eine Homepage der Hamburger Gruppe „Hamsa“ ist. Sie ist nicht repräsentativ für die gesamte Deutsche Sektion, vielleicht nicht einmal für die gesamte Hamburger Gruppe, da ich sie bisher weitgehend allein gestalte. Sie spiegelt dadurch Theosophie auch so wieder, wie ich sie verstehe – nämlich modern, meiner Generation entsprechend. Aber das ist natürlich Formkram! Theosophie ist ewig.
Die Idee entstand eines Studienabends in unserem Zentrum im Hermann-Behn-Weg. Einige Mitglieder hatten bemerkt, dass wir seit langem dringend eine Internetpräsenz benötigen, um diejenigen, die uns vielleicht suchen, informieren zu können. Es gab auch die Meinung, wir sollten das unbedingt unserem Vorstand mitteilen. Ich war dagegen der Ansicht, dass wir den Vorstand nicht mit unseren Einsichten in unsere Mängel belästigen sollten, denn dieser kennt die Problematik bereits. Besser ist es immer fertige Lösungen zu präsentieren. Ich fühlte mich auch gleich verantwortlich dafür. Bald darauf ergab sich für mich die technische und zeitliche Möglichkeit eine Homepage einzurichten.
Großer Robert: Es gab schon seit Jahren eine andere deutsche Internet-Seite der Adyar-Theosophen.
Kleiner Robert: Ja, genau – die Seite der Loge „Hermes Trismegistos" im Saarland. Als ich noch keinen eigenen PC hatte –ich habe meinen erst seit Januar– fragte ich den mir gut bekannten Inhaber jener Seite Johannes van Driel ob er mir Hinweise geben könne, wie ich unser Programm im Internet veröffentlichen könne. Er bot mir sofort an, eine einfache Seite für unsere hamburger Gruppe einzurichten – das fand ich ausgesprochen hilfsbereit von ihm. Ich habe dann aber gezögert sein Angebot anzunehmen – denn ich wollte mehr.
Großer Robert: Wenn ich mir die Seite „Theosophie in Hamburg“ so ansehe, finde ich aber bei allem interessanten Inhalt das Design recht einfach.
Kleiner Robert: Mir ging es anfangs darum so schnell wie irgend möglich unsere Programm-Informationen zu veröffentlichen. Deshalb habe ich auf ein sehr fertiges Design der Telekom zurückgegriffen. Ich hatte nur eine vorläufige Homepage mit wenig Texten im Sinn. Die ganz große Veröffentlichung sollte eigentlich erst später kommen, wenn ich mit meinem PC vertrauter geworden bin. Nachdem ich aber die ersten 5 Unterseiten fertig hatte, machte es plötzlich „bingbling“ in meinem Bewusstsein, und ich habe mehrere Wochen in ungeheurer Anspannung eine Idee nach der anderen verwirklicht – ich konnte mich einfach nicht dagegen wehren. Mittlerweile sind es schon 33 Unterseiten und ein Ende ist nicht in Sicht…. Bei aboutpixel.de fand ich viele wunderschöne Fotos, und habe mich natürlich reichlich bedient, wie man sehen kann.
Großer Robert: Es machte „bingbling“ in Deinem Bewusstsein ?
Kleiner Robert: Ja – das war sehr schön. Du wirst das eines Tages um vieles besser verstehen, wenn es auch in Deinem Bewusstsein „bingbling“ macht. Vielleicht macht es aber auch nur „pongplong“!
Großer Robert: Zurück zur Theosophischen Gesellschaft – wie habt ihr denn bisher in Hamburg die Öffentlichkeit zu erreichen gesucht?
Kleiner Robert: Nun, wir haben vor ca. 3 Jahren begonnen wieder unsere Flyer in Buchläden zu verteilen. Bei Wrage haben wir ein teures Fach gemietet, über das wir auch ältere Exemplare unserer Zeitschrift „Adyar“ verteilen. In den Buchläden „Bücherinsel“ und „Sommernachtstraum“, und im Asiatika-Fachgeschäft „Om Shankari“ in Altona konnten wir unsere Flyer kostenlos auslegen.
Großer Robert: Das spricht für die Inhaber!
Kleiner Robert: Ja – das finde ich auch. Letztlich sind ja auch Veranstaltungen unserer Gruppe „Hamsa“ immer kostenlos.
Im vergangenen Jahr habe ich 2000 Flyer in die September-Ausgabe des KGS-Heftes Hamburg beilegen lassen- eine für mich sehr kostspielige Aktion. Leider sind die Flyer dann nicht den Heften beigelegt worden, die in den Stadteilen rund um unser Zentrum verteilt wurden, wie es mit der Redaktion des KGS vereinbart war. Ich weiß noch, wie ich erschrocken herumgerannt bin, um in Bioläden usw. nachzuprüfen, ob die Flyer mit dem KGS-Magazin überhaupt irgendwo in Hamburg verteilt wurden.
Großer Robert: Gab es dann von der KGS-Redaktion dafür eine Entschädigung ?
Kleiner Robert: Es wurde mir angeboten eine kostenfreie Selbstdarstellung unserer Gruppe zu schreiben, begrenzt auf 120 Zeichen. Ich habe sehr lange am Text herumgefeilt, damit ich alles, was gesagt werden sollte, auch unterbringe. Trotz aller Bemühung waren es doch mehr Zeichen. Auf meine Nachfrage, ob das trotzdem so o.k. sei, meinte jedoch die Chef-Redakteurin, wie ich zu der Annahme käme, dass ich selbst diesen Beitrag schreiben würde? Wenn das jemand schriebe, dann doch wohl die Redaktion! Sie könnten ja meinen Text als Vorlage nehmen! Ich habe daraufhin auf den Beitrag ganz verzichtet. Was das KGS-Magazin angeht bin ich geheilt! So schlimm ist das alles letztlich auch nicht. Fehler hat jeder….ich natürlich auch….eigentlich spricht man darüber auch nicht, auch wenn gut sein kann, wenn Menschen ihre Erfahrungen weitergeben …Könntest Du das mit der KGS-Redaktion bei Veröffentlichung des Interviews bitte weglassen?
Großer Robert: Aber selbstverständlich! Presseehrenwort! Wie hast du früher, so ohne PC, schriftliche Arbeiten für die Theosophische Gesellschaft durchgeführt?
Kleiner Robert: Ich bin in ein Internet-Cafe gegangen und habe den dortigen Computer mit Münzen gefüttert. Einmal musste ich für eine ca. 20seitige Arbeit über 20 Euro zahlen. Das war bitter! Aber ich wurde dafür mit Spielhöllen-Atmosphäre belohnt. Während ich hochgeistige Ideen wälzte und niederschrieb, haben links und rechts die Spielautomaten getutet und geklingelt. Das hat richtig Spaß gemacht….
Großer Robert: Hast Du die Homepage eigentlich ganz nach eigenem Gutdünken eingerichtet?
Kleiner Robert: Natürlich nicht! Es ist eine offizielle Seite der Loge Hamsa. Meine eigenen Textbeiträge habe ich den entscheidenen Logenmitgliedern vorgelegt und ihre Unbedenklichkeit bestätigen lassen. Auch kamen Vorschläge, was ich wie anders oder besser machen könnte. Die Anteilnahme unserer Gruppe und auch der Buddhistin Stella waren mir vor allem in der Zeit der langen, schwierigen Entstehungsphase zusätzliche Motivation. Es ist sehr schön, dass es solche Menschen in Hamburg gibt, und ich mit ihnen bekannt bin.
Großer Robert: Auf der Seite gibt es eine Menge Links. Wie viele sind das eigentlich ?
Kleiner Robert: Die Links sollen die Seite nicht aufwerten, sondern als Arbeitsmittel, als Werkzeug für geistig aktive Surfer dienen. Als ich sie das letzte Mal gezählt habe waren es etwa 650 . Die Links sind aber alle o.k.. Ich habe sie sorgfältig geprüft, bevor ich sie in die Sammlungen aufgenommen habe.
Großer Robert: Gilt das auch für das „Hamsa-Kino“ ? Ich meine Du hast dort auch viele Musiklinks reingesetzt z.B. von Björk!
Kleiner Robert: Sollten von Google oder YouTube Urheberrechte verletzt worden sein, distanziere ich mich ausdrücklich davon! Urheberrecht ist ein Menschenrecht! Dazu habe ich auch einen Link gesetzt – zu allen Menschenrechten! Meine Links führen meiner Ansicht nach nur zu Videos, die als kostenlose Werbung der gezeigten Persönlichkeiten dienen können, die ich alle für ihr Gutes verehre. Ich bin der letzte der diese großartigen Menschen finanziell schädigen möchte, und war darum bemüht, alle Links zu Musiktrailer wegzulassen, die derzeit irgendwo auf dem Markt verkauft werden. Auch kann man die Trailer bei Google und YouTube nicht herunter laden, sondern nur ansehen.
Was Björk angeht – sie ist für mich einfach die bedeutenste Avantgarde-Rockmusikerin und Sängerin der Gegenwart. Ihre menschliche Genialität besteht darin, dass sie das innere Kind in sich in seltener Schönheit bewahrt hat, was sehr, sehr schwierig ist. Ihre Genialität als Sängerin kommt in ihrem einzigartigen Gesangsstil zum Ausdruck. Ihre Stimme ist eine vollkommene, vor allem lebendige, verlebendigende Form der gesunden Kraft des inneren Kindes. Sie kann in empfindsamen Menschen das schmerzvoll verdrängte Kind wieder wachrufen und stark machen. Björks Kompositionen sind eine große, tiefe Meeresströmung der Kreativität. Wenn ich eins ihrer Kunstwerke gehört habe, ertrage ich stundenlang keine andere Musik mehr – höchstens noch Grieg, Sibelius oder Scriabin. Wie hätte ich sie nicht in das „Hamsa-Kino“ aufnehmen können?
Menschen die partiell in Beziehung zum inneren Kind stehen kann man manchmal auch in der Theosophischen Gesellschaft Adyar treffen, zum Beispiel Mitglieder die ihrem Ideal der Brüderlichkeit und Menschenliebe ein Leben lang treu geblieben sind.
Großer Robert: Aber was hat das alles eigentlich noch mit Theosophie zu tun?
Kleiner Robert: Das innere Kind ist autonom in seinen Gefühlen und in seinem Mind. Es fühlt, was es eben fühlt und nicht was es fühlen soll! Es denkt was ihm gefällt, und nicht was zu denken von anderen vorgeschrieben wird! Es ist voller Leben und handelt phantasievoll anstatt nach Vorschrift gelebt zu werden. Es ist nicht in den eisernen Maschinenrythmus der „Industriegesellschaft“ gepresst. Es ist frei und darum kreativ. Es ist aber auch sehr verletzlich und in Gefahr, denn viele äußerlich und innerlich verbogene , inhuman konditionierte Menschen bekämpfen jeden, der etwas von dieser Autonomie bewahrt hat. Denn sie werden an ihr eigenes, von ihnen verlassenes und vergessenes, inneres Kind erinnert – das ist mit großem Schmerz verbunden! Darum werden sie dann oft sehr aggressiv – was sie aber selbst nicht erkennen….
Großer Robert: Blah!…Blah!!...Blah!!! Kommen wir jetzt e n d l i c h m a l zur Theosophie zurück! Du verfehlst hier wie immer das Thema! So bist Du eben, dass wissen auch alle!
Kleiner Robert: Die Theosophen sprachen immer davon, dass sie sich mit dem höheren Selbst und sogar mit einem göttlichen Selbst im Menschen zu einen streben. Das geht nur über das innere Kind. Erst wenn wir uns befreien von lebensfremden Konditionierungen, von ertötenden, überflüssigen Disziplinregeln einer leiderzeugenen, stählernden Unkultur, können wir uns mit Theosophie überhaupt richtig beschäftigen. Sonst bauen wir über dem, in unsrerem finsteren Keller eingesperrten Kind, auch noch ein schwarzes Geisterhaus. Krsna , der auch in uns ist, wird von seinen Anhängern oft als das spielende, neckende, kreative göttliche Kind dargestellt .- das Kind Gottes. Wir alle sind solche Kinder! Der Christus sagt: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn gerade für sie ist das Gottesreich. Wahrlich ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind wird nicht hineinkommen.“. Wir finden in der Offenbarung Johannes auch eine Totalformel für Kreativität: „ ..Der auf dem Thron Sitzende sprach: Siehe ich mache alles neu! ..“ Christus heißt nicht umsonst Sohn Gottes – und Maria auch Tochter Gottes!
Großer Robert: Na schön, von mir aus ! Was hat eure Gruppe „ Hamsa“ sich für den nächsten Herbst und Winter vorgenommen?
Kleiner Robert: Zunächst hatten wir in den vergangenen Monaten viele Studienkreise eingerichtet. Doch an interessierten Menschen mangelte es. Es ist wohl nicht so berauschend, wenn man anderen Studierenden begegnen will, und findet dann nur ein einzelnes Mitglied der TG vor. Es gibt aber auch Teilnehmer denen das nichts ausmacht! Solche Studienkreise bleiben alle erhalten. Wir werden jedoch in Zukunft Raum für schöpferische Flexibilität schaffen, und feste Termine, Themen oder Methoden auf einen Programmkern beschränken. Dafür soll für spontane Kreisbildungen und Themen- und Methodenwünsche viel Offenheit und Möglichkeit entstehen. Diese Vorgehensweise stellt höhere Ansprüche an mich, doch ich arbeite so am liebsten. Selber möchte ich einen Vortrag mit dem Titel „Theosophie contra Rassismus“ halten. Das ist sehr wichtig und längst überfällig. Es wird auch wieder Vorträge von Mitgliedern und Gästen geben- alles verrate ich hier noch nicht! Auch ein Hundertwasser-Abend ist geplant. Darauf freue ich mich besonders.
Großer Robert: Wenn Menschen zu euch nach Hamburg kommen – welche Sehenswürdigkeiten der Hanse-Stadt sollten sie unbedingt aufsuchen?
Kleiner Robert: Die Binnenalster! Sie ist ein geweihter Ort, weil Björk dort nachts einmal gesungen hat – so für sich selbst! ( lacht ) Ein der Kreativität geweihter Ort! Das Zweitschönste was man in Hamburg erleben kann ist natürlich der Hermann-Behn-Weg – besonders alle 14 Tage Dienstags!
Großer Robert: Seit wir unser Gespräch begonnen haben, ist in mir die Frage aufgetaucht: Wieso bist Du eigentlich der Kleine Robert und ich der Grosse?
Kleiner Robert: Weil ich dem inneren Kind näher bin als Du. Aber ich werde über Dich hinaus wachsen!
Wenn schon Experiment – dann richtig! Diesen Eindruck konnte man am 10.Juni von 22.00 -01.45 Uhr im Hamburger Kino Metropolis gewinnen, als 16 internationale Avantgarde -Komponisten und Klangforscher ihre Experimental-Musik vorstellten, teilweise sogar live aufführten .Mit ungewöhnlichem Gesang und Stimmeneinsatz, Klavier, elektronisch geschaffenen Soundflächen und Klangkräften, sowie einzigartigen, selbstgebauten Instrumenten gestalteten die Künstler ein Multimediagewebe aus Musik und wissenschaftlichen Filmen verschiedener Institute und Zeiten zu überraschend frischen Gesamtkunstwerken.
Wie die wissenschaftlichen Filmemacher den Zuschauer visuell in unbekannte, immer kleinere Ebenen der Micromaterie entführten, so die Komponisten die Zuhörer in die Geheimwelten neuer Klangerfahrungen. Besonders interessant daran war, dass für die Kompositionen nicht allein künstlerische Empfindungskraft und Können maßgebend gewesen sind, sondern auch die Forschungen über die Widerspiegelung von Proportionen aus der Natur in musikalischen Tonleitern und Intervallen. So wurden die Form- und Verhältnisgesetze, die in den Prozessfilmen gezeigt wurden, musikalisch erlebbar – ein verblüffendes Experiment, das zu den Ergebnissen der wissenschaftlichen Revolution, die zur Entwickelung der Nano-Technologien führt, künstlerische Zugänge schafft.
So konnte der Wissenschaftstod ästhetischer Intelligenz aus dem Anschauungsmaterial der Naturwissenschaft selbst kulturell auferstehen und menschlicher werden.
Zu erleben waren:
C 681 - Spiralwachstum der Kristalle 7:45 min Live Improvisation: Trautonia Capra, Matthias Schuster, WittwuIf Y Malik, Hamburg
C 611 - Verformung von Metallkristallen 9:15 min Komposition: Juan Maria Solare, Köln/Buenos Aires
E 2250 - Martensitische Umwandlung in Kupferlegierungen Teil 2 9:20 min Komposition: evapori Hamburg
C 10009 - Amvioplastenvvanderung 3:20 min Komposition: Katia Kölle, Viersen
C 2 - Entstehung von Wirbeln bei Wasserströmungen Teil 2 9:20 min Komposition: Heinz Weber, Berlin
E 835 - Fadenförmige Korrosion 9:00 min Komposition: WittwuIf Y Malik, Hamburg
E 2577 - Tantalhydrid Phasenübergänge 7:20 min Komposition: Anders Mansson, Berlin
C 1473 - Die Zhabotinsky Reaktion 9:30 min Komposition: Gregory Büttner, Hamburg
C 1699- Kristallisartion von Polypropylen 10:30 min Live Improvisation: Voicenoise (Uschi Krosch, Trautonia Capra, Volker Havlik, FX Schröder, Pollo) Hamburg
nach der Pause:
C 1 - Entstehung von Wirbeln bei Wasserströmungen Teil 1 12:20 min
Live Improvisation: Moxi Beidenegl, Hannes Wienert, Nikolaus Gerszewski, Hamburg
C 621 - Kristallwachstum 10:00 min Komposition: Peter Imig, Seevetal
E 2249 - Martensitische Umwandlung in Kupferlegierungen Teil 1 11:20 min Komposition: Hans-Gunter Lock, Tallinn
C 7223 – Erstarren von Bernsteinsaure 1:75 Komposition: Dodo Schielein, Hamburg
E 3175 - Zerfall pulsierender Wasserstrahlen 15:20 min Komposition: Michael Petermann, Hamburg
C 816- Übergang von laminarer zu turbulenter Strömung 10:50 min Komposition: Konstantina Orlandatou Hamburg/Athen
H 7 - Silizium/Schaltkreis 5 6:30 min Komposition: Akira Suzuki, Kioto
Das breite Spektrum des Dargebotenen umfasste sowohl spannendes, meditatives, destruktives und humorvolles – nicht für jeden etwas, sondern für jeden alles! Großartig! Das Metropolis hätte zwar noch Platz für mehr Besucher gehabt, dafür aber waren wir alle voller Enthusiasmus. Es saßen ja auch fast alle Komponisten verteilt unter uns Klangkonsumenten, was eine schöne Stimmung hervorbrachte.
Nach meinem Geschmack waren aber die Filme über Wasserströmungen mindestens ein Film zuviel, und der „Zerfall pulsierender Wasserstrahlen“ war etwas zu lang. Nur die Klangkunst rettete mich darüber hinweg. Die pulsierende Wasserstrahlenmusik erinnerte an ein Thema aus Dmitri Schostakowitsch 4.Sinfonie - es war sehr schön den reichen Variationen des Themas zu folgen. Es ließ sich bei diesem Stück auch besonders gut die von mir durch Zufall entdeckte Hörmethode anwenden, der zufolge man versucht, den jeweils nächstfolgenden Ton bereits zu erraten, bevor man ihn gehört hat – was natürlich bei Experimental-Musik nicht gelingt. Der in der Seele erzeugte Kontrast zwischen erwarteten und tatsächlichen Klang führt in die völlige Gegenwärtigkeit des Zuhörens.
Wer bis zum Schluss blieb wurde zunehmend belohnt. Wahre Begeisterungsstürme löste bei den Anwesenden die Komposition von Konstantina Orlandatou aus. Allerdings hatte nicht nur ich den witzigen Eindruck, dass dies hauptsächlich an einem Tonfragment lag, dass zu Beginn und zum Ende des Stückes miterklang, und unverkennbar Björks weltbekanntem Song „Human Behavior“ entnommen war – eine Hommage an die große Avantgardistin.
Vielleicht konnte man an den „Bravo“ - Rufen zu diesem fragmentarischen Soundsymbol das Genie Björks erfahren, dass unter anderem darin besteht, relativ toten elektronischen Tönen mit echtem, unabhängigem, flammenden Gefühl Leben und Menschlichkeit einzusingen, hineinzukomponieren – und nicht nur den toten elektronischen Tönen! Das war auch etwas, dass bei dem gelungenen Experiment dieses abends vielleicht ein wenig zu kurz kam, und aus der Welt der Micromaterie natürlich auch nur schwer herauszuholen ist.
Der Abend war eine Explosion an künstlerischer und wissenschaftlicher Kreativität. Alles war völlig neu, individuell und anders – und das ist es ja, was uns glücklich macht! Ein großes Dankeschön an alle die diesen Abend ermöglicht haben!
Wie sich unsere Räume in einen Tempel verwandelten
Ja! Du hast richtig gelesen! Padmasambhava war bei uns im Hermann-Behn-Weg. Nicht physisch natürlich sondern im geistigen Verständnis der Puja , die unsere Gastreferentin Stella erläuterte und dann mit uns durchführte. Zuvor haben wir aber erstmal richtig umgeräumt. Ein buddhistischer Altar wurde eingerichtet- mit dem wesentlichsten Zubehör (Glasschalen, große und kleine Bilder, Blumen, Gektor u.v.a.). Auf unserem Teppich entstanden Praxisplätze mit roten Matten, Meditationskissen und kleinen Praxisbänken Praxisplätze. So schufen wir allmählich eine sakrale Atmossphärenoch bevor die Mitglieder und Besucher eintrafen, welche dann mit gedämpften Licht und leiser buddhistischer Musik empfangen wurden.
Stella ist Praktizierende der Karma-Kagyü-Linie im buddhistischen Zentrum Theksum Tashi Chöling (TTC-Hamburg) seiner Heiligkeit des XVII. Gyalwa Karmapa, Urgyen Trinley Dorje(Foto siehe Hamsa-News unten), in dem sie regelmäßig die Padmasambhava-Puja durchführt. In einem ca. 90 minütigen Vortrag gab sie uns etwas von dem Wissen ab, dass ihr von ihren Lehrern bis heute vermittelt wurde. Durch ihre Erklärungen zum Wesen und Ablauf tibetisch-buddhistischer Rituale wurde verstehbar, wie die einbezogenen nichtmateriellen Wesen auch als innere psychische Anteile oder Energien des jeweils Praktizierenden verstanden werden können. Innerhalb der Puja können sich die Praktizierenden mit diesen mehr oder weniger unbewussten eigenen Seelenanteilen in Beziehung setzen, und sie in positive Kräfte transformieren, die die Zufluchtnahme zu Buddha, Dharma und Sangha unterstützen. Stella ging mit uns den gesamten Puja-Text Zeile für Zeile durch, beschrieb die Bedeutung derselben, und erläuterte den Aufbau des Altars.
Danach wurde die Puja sehr konzentriert durchgeführt. Sie wurde von Stella mit etwas brummiger Begleitung von R.M.S. gesungen, wobei sich die ungewohnte Situation ergab, dass die anderen Mitglieder und Gäste eher Beobachter des Geschehens waren. Sie kamen ja an diesem Abend überwiegend erstmalig mit einem buddhistischen Ritual in Berührung, und es ist nicht so günstig, sich ohne längere innere Vorbereitung in eine kraftvolle Praxis zu stürzen. So wurden die Mitglieder und Besucher nicht in rituelle Arbeit hineingezogen. Die geistige Freiheit aller wurde bewahrt. Das ist uns Theosophen ganz besonders wichtig!
Schönheit, Würde und Spiritualität der Puja hat aber bei allen Anwesenden einen sehr guten Eindruck hervorgerufen.
Wer nicht dabei sein konnte und/oder selbst einmal mitmachen möchte, kann das im TTC in Altona tun. Dort findet die Padmasambhava-Puja das ganze Jahr hindurch mit Stella jeweils Freitags statt. Im Sommer (ab 01.Juli 07) werden die Termine etwas unregelmäßig, was auch mit dem Hamburg-Besuch des Dalai Lama im Juli zusammen hängt. Der nächste Termin ist am 29.Juni. Informiert euch am besten beim Theksum Tashi Chöling (TTC-Hamburg, Harkortstieg 4, D-22765 Hamburg )
Das nun schon viele Monate anhaltende, allgemeine Desinteresse an spiritueller Studienarbeit macht eine Aufrechterhaltung der Termine wenig sinnvoll. Einige Studienkreise wird es bereits ab Juni 07 nicht mehr geben, da zu einem Kreis wenigstens 2 Teilnehmer gehören - obwohl auch das kein Kreis ist, sondern ein "Kreis" oder Kreis-chen. Spaß hat es trotzdem gemacht!
Nach langem Nachdenken über die Situation der Studienkreise, bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß ich meine Kraft und Zeit an anderer Stelle besser einsetzen kann und darum sollte.
Die Studienkreise "Licht auf dem Pfad" , "Stimme der Stille" und "Esoterisches Christentum" bleiben erhalten. Einführende Studiengespräche zu Themen freier Wahl können natürlich weiterhin vereinbart werden. (Kontakt siehe Seite "Kontakt")
Am Freitag dem 30.März kamen wir im Hermann-Behn-Weg zahlreich zusammen. Unser Vortragsredner, der Autor und Verleger Reiner Ullrich, der extra für uns aus Calw angereist war, hatte offenbar aus dem Schwarzwald den Frühling mitgebracht. Sein Vortragsthema hieß „Lebensfreude“ und der sonnedurchflutete Abend stimmte uns bereits darauf ein. Sein humorvoller Vortrag spannte einen weiten Bogen , von den verschiedenen Freuden der Menschen bis zu den Geheimnissen der Tempelbaukunst des alten Griechenland.
Im Anschluß an seinen Vortrag stand Reiner Ullrich für unsere Fragen zur Verfügung. Daraus entwickelte sich ein noch viel tieferer Vortrag, der uns manches Verborgene im Werk Goethes, besonders seiner Menschheitsdichtung Faust erschloß. Wir durften auch wieder die Rezitierkunst Reiner Ullrichs erleben, welcher mehrere Dichtungen Goethes und Schillers auswendig mit der spirituellen Kraft des geistlebendigen Wortes vortrug, und uns ahnen ließ, von welcher spirituellen Ebene aus die Dichter ihre Werke geschrieben haben.
Unsere lebendige, gespannte Aufmerksamkeit ließ uns unbemerkt die Zeit weit überziehen, und erst die Notwendigkeiten des Zugfahrplans setzten dem Abend ein Ende. Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass dieser Abend zu unseren unvergesslichen Sunden gehört, an die wir uns gerne dankbar erinnern.
Denn alle Kraft dringt vorwärts in die Weite, Zu leben und zu wirken hier und dort; Dagegen engt und hemmt von jeder Seite Der Strom der Welt und reißt uns mit sich fort: In diesem innern Sturm und äußern Streite Vernimmt der Geist ein schwer verstanden Wort: Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, Befreit der Mensch sich, der sich überwindet.
Anfang Februar erreichte uns im Hermann-Behn-Weg eine Nachricht, über die wir uns sehr freuen. Seine Heiligkeit der XVII. Gyalwa Karmapa, Urgyen Trinley Dorje untersagt in seiner Linie das Alkohol-Trinken und Fleisch-Essen bei der Tsok-Puja, und ermahnt die Buddhisten seiner Linie, sich eine vegetarische Ernährungsweise anzugewöhnen. Beim Studium der Unterweisung kann man bemerken: Die Unterweisung durchzieht der Atem eines aussergewöhnlich großen Lehrers ! Mit freundlicher Genehmigung des Theksum Tashi Chöling (TTC-Hamburg, Harkortstieg 4, D-22765 Hamburg ) bringen wir den kompletten Text der Nachricht, dessen Authentizität vom TCC überprüft und bestätigt wurde. (R.M.S.)
Liebe Dharma-Freunde, anbei Notizen zu Belehrungen S.H. Karmapa zum Fleisch-Essen von Vin Harris, der am Kagyu Mönlam in Bodh Gaya teilgenommen hat.
Anweisungen von S.H. 17. Karmapa, kein Fleisch zu essen:
Der Vollmondtag, der 3.Januar 2007, war der letzte Tag des 24. Kagyu Mönlam. Im Schatten des Bodhibaumes, dem Erleuchtungsplatz von eintausend Buddhas, gab Urgyen Trinle Dorje, der 17. Gyalwa Karmapa, seine Belehrungen über den Nutzen davon, kein Fleisch zu essen. Mehr als 6000 Menschen waren anwesend. Die Belehrungen wurden von Linienhaltern, Rinpoches, Lamas, der ordinierten Sangha und Laienpraktizierenden gehört, die aus vielen Ländern angereist waren, einschließlich Tibet, Nepal, Indien, Taiwan, Korea, Burma, USA, Kanada, Russland und allen Teilen Europas. Die Belehrungen wurden in verschiedene Sprachen gleichzeitig übersetzt und mittels FM-Radio übertragen. So war es möglich, die Bedeutung zu hören und gleichzeitig eine Verbindung mit der Klarheit und Leidenschaft der mächtigen Stimme Karmapas zu erleben. Dank Ringu Tulku gab es auch eine englische Übersetzung.
Ich habe dazu Notizen gemacht, und vielleicht ist das komplette Transkript zu einem späteren Zeitpunkt erhältlich. Seine Heiligkeit sagte aber bei ein paar Gelegenheiten während der Mönlam-Belehrungen, dass wir als Kagyu-Familie nicht bestimmte Einzelheiten auf Kosten der Bedeutung seiner Botschaft überbewerten sollten. Aus praktischen Gründen bin ich davon überzeugt, dass dies ein wahrer Bericht von dem ist, was gesagt wurde, und biete dies jetzt mit dem Gefühl an, dass es dringlich ist.
Gegen Ende der Belehrungen bat Seine Heiligkeit insbesondere die Anwesenden, sie anderen zur Verfügung zu stellen, da er das Thema für sehr wichtig hielte. Er scherzte, dass die Tibeter sie für Menschen aus Amdo übersetzen sollten, falls diese behaupten würden, sie hätten seinen Dialekt nicht verstanden.
Während des Kagyu Mönlams erzählte Seine Heiligkeit häufig von seiner Kindheit als armem Nomaden in Tibet. Unter den Nomaden war es zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahr üblich gewesen, die Tiere zusammenzutreiben, die geschlachtet werden sollten. Zu diesen Zeiten war er außer sich vor Kummer über das Leiden der Tiere. Egal, was seine Familie versuchte, sie konnte ihn nicht von seinem Kummer befreien. Er sagte, er habe seitdem sehr viel Dharma studiert und sehr fleißig praktiziert und dennoch bei all seinen Studien und all seiner Praxis nie etwas gefunden, das hervorzubringen kostbarer gewesen wäre als diese von Natur aus aufkommende Güte anderen Wesen gegenüber. Er forderte uns alle dringend auf, uns mit der uns innewohnenden Güte zu verbinden.
Als er noch in Tibet lebte, deutete jemand einmal seine Handlinien und wies darauf hin, dass in seinem 23. und 24. Lebensjahr Hindernisse für sein Leben aufkommen könnten. Nachdem er Tibet verlassen hatte, hatte Seine Heiligkeit selbst einen Traum zu dem gleichen Thema. Er sagte, dass er, obwohl er normalerweise keine Angst vor dem Tod habe, tief beunruhigt von dem Traum aufgewacht sei. Daraufhin sei er zu dem Schluss gekommen, dass das beste Gegenmittel gegen die Hindernisse sowohl für sein Leben als auch für das des Dalai Lama in Bezug auf seine Anhänger darin bestehen würde, Leben zu erhalten und insbesondere weniger in das Töten von Tieren und das Leiden verwickelt zu sein, das durch das Fleischessen entstehe.
Es war eindeutig, dass der Karmapa nicht nur eine höfliche Bitte aussprach. Als Oberhaupt der Linie erforschte er Fehler, stellte eine Untersuchung der Hindernisse an und verschrieb ein Gegenmittel, das angewendet werden muss.
Mit sofortiger Wirkung: In keiner Küche eines Kagyu-Klosters oder –Zentrums darf ab sofort Fleisch zubereitet werden.
Niemand darf in den Einkauf und Verkauf von Fleisch verwickelt sein. Diese Praxis muss unter all seinen Anhängern aufhören.
Es darf kein Töten von Tieren auf Kagyu-Grund stattfinden. Das Schlachthaus in Tsurphu muss geschlossen werden. Er wisse, dass Mönche in Roben Fleisch kaufen gehen und möchte das niemals wieder sehen.
Seine Heiligkeit sagte, er wisse, dass Lamas und Praktizierende Fleischessen immer damit gerechtfertigt haben, dass sie sagten, sie machten Gebete für die Wesen, die sie essen. Das genüge aber nicht. Er fragte, wie viele wirklich Wesen auf diese Weise befreien könnten. Jetzt haben wir einen Karmapa und er fängt an, sich Gehör zu verschaffen.
Das Benutzen von Alkohol und Fleisch für Tsok-Opferungen sei auch nicht annehmbar.
Seine Heiligkeit zitierte spirituelle Meister aus der Vergangenheit, die die Praxis, Tsok als eine Entschuldigung dafür, Fleisch zu essen und Alkohol zu trinken, verurteilt hatten.
Er ließ keinerlei Raum für Interpretationen zu und sagte, dass jeder, der Fleisch und Alkohol für Tsok benutze, nicht der Linie des Karmapa angehöre.
Wenn die Praxis auf der Stufe wäre, dass Mahakala wirklich käme und den Alkohol tatsächlich trinken und das Fleisch essen würde, sei sie vielleicht gerechtfertigt, ansonsten sollten wir aber Obst benützen.
Während des Kagyu-Mönlams nahmen viele Leute jeden Tag um 6 Uhr morgens die Sojong-Gelübde. Das fand unter dem Bodhi-Baum entweder unter der Leitung von Seiner Heiligkeit oder von anderen Meistern statt.
Zu Beginn des Mönlams hatte Seine Heiligkeit die Bedeutung und den Zweck der Sojong-Gelübde erklärt und dabei darauf hingewiesen, dass das Fleischessen ein wichtiges Thema sei und später besprochen werden würde. Offensichtlich hatte er ursprünglich beabsichtigt, den Menschen eine Woche Zeit zum Nachdenken zu geben, bevor sie eine Verpflichtung eingingen. Schließlich kam es aber so, dass er uns nur während einer Teepause Zeit gab, zu dem Entschluss zu kommen, was wir versprechen könnten. Er sagte, manchmal wäre es besser, spontan zu sein.
Es gab mehrere Optionen, und wir wurden aufgefordert, die Hand zu heben, um unsere Wahl in Bezug auf eine Verpflichtung zum Ausdruck zu bringen und gegenseitig Zeugen für unsere Entscheidung zu sein. Sein Wunsch, dass jeder von uns ein individuelles Gelübde ablegen sollte, war klar und entschieden. Er galt für die Tibeter, die in der Geschichte wenig anderes zu essen hatten, gleichermaßen. Seine Heiligkeit sagte, dass den Tibetern jetzt „dank der Güte der Chinesen“ (dies ist ein exakt wiedergegebenes Zitat) Gemüse und andere Nahrungsmittel zur Verfügung stünden.
Folgende Optionen wurden die angeboten:
Einen Tag in der Woche kein Fleisch zu essen. Einen Tag im Monat kein Fleisch zu essen. An besonderen Tagen wie an Mond-Tagen, an Guru Rinpoche- und Tara-Tagen kein Fleisch zu essen.
Nur zu einer Mahlzeit am Tag Fleisch zu essen.
Das Fleischessen für immer aufzugeben.
Das Fleischessen für eine bestimmte Zeit wie z.B. ein, zwei oder drei Jahre aufzugeben.
Das Fleischessen mit der Absicht, es ganz aufzugeben, zu reduzieren.
Während der ganzen Rede war es offensichtlich, dass Seine Heiligkeit wollte, dass jeder Angehörige seiner Linie aus zwei Hauptgründen eine Verpflichtung einginge:
Die Belehrungen des Buddha verlangen, dass wir liebevoll handeln und alles Leben erhalten.
Aufgrund unserer Verbindung mit Seiner Heiligkeit können wir durch das Verbessern unseres Verhaltens Hindernisse für sein Leben verringern.
Wie können wir uns in Anbetracht der unerschütterlichen Bodhisattva-Aktivität der Karmapas nicht darüber freuen, dass wir einmal eine einfache und praktische Gelegenheit zu helfen bekommen?